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Full text of "Sebastien Helbers teutsches Syllabierbüchlein(1593)"

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7ZH 
47 




\ 



SEBASTIAN HELBEKS 

TEÜTSCHES SYLLABIEßBÜCHLEIN 

(1593). 



^ 



SEBASTIAN HELBEßS 





(1593) 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



GUSTAV ROETHE. 




-FEEIBURG I. B, dnd TUBINGEN 1882 

AKADEMISCHE VEELAGSBUCHHANDLTJNG von 3. C. B. MOHR 
(PAUIi 8IEBE0E). 



tiic,^ 







EINLEITUNG. 



Sebastian Helbers 3^eutf(^e^ ^püabittbixd^tin scheint nach 
der ausdrücklichen angäbe Weigands (in der vorrede zu seinem 
deutschen wörterbuche, 3. aufl., s. XX), die meine eignen nach- 
forschungen mir bestätigten, nur noch in zwei exemplaren auf 
uns gekommen zu sein, von denen das eine des titeis entbehrt 
(Kerlers katalog der bibliothek Weigands, nro. 27, s. 1): sie 
gehören beide derselben ausgäbe des werkchens an (grefburg 
in 35c^tlanb, burc^ ^bra^am (3mptxU, 1593, 56 s., klein 8% das 
eine zweite aufläge wol nie erlebt hat, und befanden sich ehedem 
beide in Weigands besitz. Dem vorhegenden abdrucke liegt 
zu gründe das vollständige exemplar, das augenblickHch der Kgl. 
bibhothek zu BerUn gehört: wie das eingeklebte bibliotheks- 
zeichen erweist, war es früher Gottscheds eigentum, der in der 
5. aufl. seiner S^eutfc^en ©prac^funj! s. 66 Helbers einteilung der 
deutschen dialecte (s.J24)Jm Wortlaute mitteilt. Angebunden 
ist dem syllabierbüchlein*^ inj beiden exemplaren folgendes im 
selben jähre und beim selben verlegerjerschienene buch: *^ur|er 
S3eric^t 35on auöfprac^ «ateintfc^er/gran^oftfc^er mh gtaUdnifc^er 
aSoertern: ^aen benen/fo |u] erfa^rung manc^erUi (Bptad^m (ujl 
i)abm I nu^lic^ »nnb btenfinc^. ®etrurft ju greiburg in 35(^t(anbt / be^ 
^btai^am @emper(ein. Anno CIO. 10. VIIC.' Der Verfasser 
ist nicht genannt: er kannte und benutzte Helbers schritt, die 
er auch zweimal (s. 3. 4) als Ztüt^^t€ resp. @eb. $e(berö ^l?(ben^ 



— VI — 

büec^Uin citiert: die anläge seines werkchens ist dem syllabier- 
büchlein; zu dem es wol eine ergänzung bilden sollte, einiger- 
maßen ähnlich: doch ist die ausführung viel flüchtiger. — 

Über Seb. Helbers leben und wirken gewähren uns einige 
auskunft die schulacten des Stadtarchivs von Freiburg im Breisgau. 
Hr. director Bauer in Freiburg hat mir das betreffende material 
teils in abschriften teils in auszügen mitgeteilt: ich spreche ihm 
auch an dieser stelle meinen dank aus für die Unterstützung, 
die er mir unermüdet gewährt hat. 

Geboren wurde Sebastian Helber^ wol in den dreifsiger 
Jahren des 16. Jahrhunderts: im jähre 1596 beruft er sich we- 
nigstens schon auf sein gebrechliches alter. Er scheint zunächst 
zu Altdorf in Schwaben gewirkt zu haben: von dort siedelte 
er aber jedesfaUs noch vor 1580 nach Freiburg über: denn 
als er im märz oder april 1580 sein gutachten über den zu- 
stand der deutschen schule in Freiburg verfafete, muis er schon 
einige zeit als Schulmeister dort tätig gewesen sein: er bittet 
z. bspl. in jenem bericht um ein gnebig bebenf^ung für den 
fall, dass Gott ein sterben über die stadt verhänge und in 
folge dessen die Schulkinder ausblieben, „voit ic^ bau a( bereite 
al^it etfaren". Eine deutsche schule unter städtischer leitung 
erwähnt in Freiburg zuerst die £)rbnung ber S^^eutfc^en 8eermeif!er 
von 1561: damals stand ihr vor Joh. Erlenbach. Aufserdem 
hielt, wie es scheint, der rat auch noch andere S^etttfc^e ^tbtn^ 
fc^ucUn für knaben und mädchen fort. Diese concurrenz 
schmälerte natürlich die einnahmen des städtischen Schulmeisters 
erheblich: es gelang Helbers bemühungen sie zu beseitigen, und 
Mittwoch, den 23. märz 1580, ward dem guldenschreiber und 
rechenmeister Seb. Helber auf sein ünnbert^enigfl fuppüderen ba« 
®u(binfc^reiber »nnb leötfc^cnn <Sc^u(metf!er ^mpt (für knaben) 



1 Die Schreibung *Helbert' (Zeitschr. der gesellschaft für beför- 
derung der g^schichts-, alterthums- und Volkskunde von Freiburg etc., 
I, 87 anm.) kommt nur einmal vor und rührt nicht von Helber selbst her. 



— vn — 

ailtin joe Qtf^altmn oergunnen onnb lugelaffen. Gleichzeitig wurde 
ihm vom rate der stadt auferlegt, vorschlage zu machen behufs 
einführung einer besseren Schulordnung: das so veranlafste gut. 
achten Helbers ist uns noch erhalten. Es zeigt uns in ihm 
einen treuen katholiken: Vorschriften über kirchenbesuch; täg- 
liche gebete und religionsunterricht, die in der lehrordnung von 
1561 noch gänzlich fehlten, klagen über ketzerische bücher, 
die sich selbst in die schule einschlichen, bilden neben der ge- 
halt&age und einer bitte um anbete @(^n(l onnb be^auffung den 
hauptinhalt des berichts. Darauf hin wurde vom rate die alte 
Schulordnung umgestaltet, und Helber leistete am 20. aprQ 
1580 den eid auf ber teutfc^en <Sc^uo(, attc^ be# itf^t^^ ober (Bdi^noU 
meifler^ neuen benelc^ mnb £)rbnttn0. Sie ruht im wesentlichen 
durchaus auf Helbers vorschlagen, die sie mit der alten Ordnung 
combiniert: nur die regelung seiner emkünfbe mag Helbers 
wünschen nicht ganz entsprochen haben. Noch im april d. j. 
kauften die bauherren Hans Schmidlins haus 'zum Meetzen*, um 
es zur deutschen schule umzubauen. 

Das schulmeisteramt bekleidete Helber seitdem 16 jähre 
hindurch. Dafs er auch noch den titel eines jleiferifc^ett 9lotarten 
führen durfte, erfahren wir aus dem syllabierbüchlein. In seiner 
amtlichen tätigkeit Hess er sich, wie sein gutachten meldet, von 
zwei provisoren unterstützen, die er inn feinen doften mit Betonung 
auc^ brtnf^en »nnb ^ffen zu erhalten hatte. Der Unterricht er- 
streckte sich der reihe nach auf lesen aus dem namenbuch (der 
fibel), aus gefc^rtbnen briefen, was in den Schulordnungen be- 
sonders betont wird, dann auf schreiben und rechnen: von den 
schreibschülem verlangte, von den rechenschülern erhielt Helber 
höheres Schulgeld. Dazu kam die lectüre des katholischen 
katechismus von Petrus Canisius, sowie auf verlangen Unter- 
weisung in funf!(ic^en<Sc^rtjften: Latein durfte Helber nur seine 
wälschen schüler leseii lassen, insofern es ihnen zur görbernng 
ber teütfc^en fprac^ dienlich sein konnte. 

Plötzlich im herbste 1596 verlor Helber seine Stellung. Er 



— vin — 

war nämlich tnit Urlaub nach Altdorf gegangen, um einigen 
hausrat, den er dort gelassen, nach Freiburg zu bringen. Dabei 
scheint er seinen urlaub überschritten zu haben und fand zurück- 
gekehrt seine stelle einem andern Schulmeister, Wimmerlin, 
übertragen. Er wante sich nun zwar mit beschwerde an die 
vorderösterreichische regierung in Ensisheim, berief sich auf die 
dienste, die er dem hause Osterreich in der landvogtei Schwaben 
schon etHche jähre geleistet, auf den guten abschiedsbrief, den 
er dafür erhalten habe, und klagte, wie ihn sein alter verhin- 
dere, eine neue stelle zu suchen, und ihn so der dringenden not 
preisgebe: aber all das vergeblich! Trotzdem die regierung 
wirklich fürsprache beim Stadtrate für ihn einlegte, konnte 
Helber doch nur die erlaubnis erlangen, eine kleine winkel- 
schule zu errichten, in der er rechenunterricht geben und auch 
fremde lehren durfte. Diese schule trug ihm so wenig ein, 
seine läge wurde so drückend, dafs die städtischen schulvisita- 
toren, die auch seine schule besichtigten, am 2. märz 1598 beim 
Stadtrat dafür eintraten, man solle bedenken, wie dem Seb. 
Helber auf seine erbärmlichen klagen hilfe zu schaffen sei. 
Bald darauf muss er gestorben sein; die acten erwähnen ihn 
seitdem nicht mehr. 

In der zeit seiner vollen praktischen lehrtätigkeit nun schrieb 
Helber sein teutsches syllabierbüchlein. Das werkchen wiU nichts 
weiter sein als eine anweisung zum lesen hochdeutscher drucke, 
und, da es sich trotz gelegentlicher orthographischer excurse 
im wesentlichen an dies bescheidenere thema hält, so kann es 
sich mit den deutschen Orthographien und grammatiken des 
16. jhdts. an Interesse freilich nicht messen. In seinem be- 
schränkteren gebiete aber ist es als eine fleifsige und vor allem 
als eine durchaus selbständige arbeit zu rühmen, und das ver- 
dient immerhin anerkennung in einer zeit, die im puncte des gei- 
stigen eigentumsrechtes so wenig empfindlich war wie das 16.jhdt.2 

2 Man denke daran, wie Ickelsamers redete toetS auff§ furfetft lefen 
§U lernen von Jordan, der seine quelle freilich citiert, geplündert, wie 



— IX — 

Ich vermag von keinem mir bekannten deutschen grammatischen 
lehrbuch wahrscheinlich zu machen, dafs Helber es benutzt 
habe (höchstens könnte man an Oelingers grammatica denken): 
auf einzehie berührungen mit andern, wie sie ja unvermeidlich 
sind, werde ich in den anmerkungen hinweisen.^ 

Das sylbenbüchlein ist weder eine fibel noch enthält es 
eine methodik des leseunterrichts, wie die betreffenden werke 
Ickelsamers und seiner schule (Jordans, (Fuchfepergers) : Helber 
spricht sich nicht einmal darüber aus, ob er der lautiermethode, 
wie Ickelsamer u. a. sie pflegten (vgl. Raumer, Unterricht im 
Deutschen s. 14; Müller, Quellenschriften s. 406), oder dem 
buchstabieren huldigte: doch zeugt fürs letztere wol, dafs er die 
buchstaben gleich zuerst mit namen: a bt bfe etc. einführt und 
auf figura und potestas erst später eingeht. Helber behandelt 
ausfuhrlich die wechselnde ausspräche der einzelnen buchstaben 
in deutschen und in fremdworten, zuerst die der consonanten 
(II), dann nach einem excurs über sylbenteilung (III) die der 
vocale (IV) imd namentlich der diphthon^e (V). Er erläutert jede 
angäbe durch eine fülle von meist zutreffenden beispielen, die 
zugleich wol als lesestoff dienen sollten. In gleicher ausdehnung 
hat sich keiner seiner Vorgänger dieses Verfahrens zur veran- 
schauUchung seiner regeln bedient: nur Kolrofs im encheridion 
kommt Helber darin nahe, aber auch er unterscheidet sich von 
Helber widerum dadurch, dafs er (ebenso wie Meichfsner im 
^Jänbbüc^lin und Fuchfsperger in der gee^f onf!) mit Vorliebe ganze 



Jordans ße^etifd^ul von Köflferl im namenbüchlein abgeschrieben wurde 
(vgl Müller, Quellenschriften zur geschichte des deutschsprachl. Unter- 
richts bis zur mitte des 16. jhdts., s. 407 fg.), wie unbefangen Laurentius 
Albertus Oelingers (vgl. Raumer, Unterricht im Deutschen s. 17, anm. 3), 
Rud. Sattler (Teutsche orthographey und phraseologey) Clai gram- 
matik (und wol auch Meiohßners handbüchlein) benutzten. 

3 Natürlich beschränke ich mich dabei auf diejenigen regeln und 
beobachtungen, die nicht gemeingut aller oder der meisten gram- 
matiken des 16. jhdts. sind. 



— X — 

Sätze zu beispielen wählt, während Helber nach der art von 
fibehi mit wenigen ausnahmen nur einzehie worte aufführt.* 

Helber scheidet die verschiedenen arten der ausspräche im 
syllabierbüchlein mit sicherer beobachtung: sein feines ohr verrat 
sich namentlich, wo er die diphthonge bespricht: und auch da, 
wo kein andrer grammatiker seine angaben bestätigt, haben 
wir selten grund sie anzuzweifeln^: aber freilich über die prak- 
tischen lesezwecke gehen Helbers aufstellungen weit hinaus, 
und Ickelsamer hätte sie wol aubh zu den &er)n)tcften flUcfdn »nb 
funf!(in, zu den t?nnu(en binden gerechnet, mit denen die fu6tt(en 
fc^ttbneifler umgehen (rechte »ei^ bl. 33 3**). Die mannigfachen 
unterschiede in der potestas der buchstaben characterisirt Helber 
nicht mit hilfe von physiologischen mittein oder von naturlauten, 
wie Ickelsamer und seine schule sie ganz geläufig handhaben, 
um die laute im rohen zu kennzeichnen, wie auch Kolrofe es 
versucht; sondern er vergleicht sie geschickt mit verwanten 
lauten, deren klänge sich der buchstabe im betreffenden falle 



* In Helbers beispielsammlungen spielen heiligen- und pflanzen- 
namen eine grofse rolle: interessant ist es, dafs er mit bewufstsein 
Worte aufnahm, die er selbst als selten empfand (vgl. namentlich s. 26). 
Wo es mir wünschenswert erschien, habe ich unbekanntere worte in 
den anmerkungen erklärt, und zwar meist mit den Worten Josua 
Maalers, dessen Dictionarium Germanicolatinmn novmn (Tiguril561) 
Helbers beispiele und zwar gerade auch die seltnem worte zum 
aUergröfsten teüe enthält: das ist um so beachtenswerter, als Maalers 
werk gar kein selbständig gearbeiteter deutscher Sprachschatz ist, 
sondern nur eine Umgestaltung des lateinisch-deutschen Wörterbuchs 
von Joh. Frisius (Tiguri 1556): wol möglich, dafs Helber eins der 
beiden werke beim sammeln seiner exempla zu hilfe nahm ; ein beweis 
ist dafür nicht zu führen, da Helber gar zu selten seinen werten 
erklärungen beisetzt (dann freilich meist wesentlich übereinstimmend 
mit Maaler) : in der Orthographie weicht der Schwabe vom Schweizer 
zuweilen ab, seltener in der wortform. 

J» Am ehesten noch s. 19, wo Helber die worte mit aus a (ä) 
umgelautetem e (ae) in zwei klassen teüt, deren eine von manchen 
mit d gesprochen werde, wählend sie die andre mit ö ^roitunriercn. 



— XI — 

nähere, und kommt im übrigen nicht über epitheta wie parcf, 
Qtcb, tümperlic^; ^oüiq, tid, (angfom oder fc^tvac^, iinh, i)alb, i^til, 
anmütÜQf gefc^winb u. a. hinaus. Die darstellung ist einfach 
klar^ und unterscheidet sich sehr vorteilhaft von den wüsten 
Perioden, zu denen Helber sich im curialstil seines gutachtens 
aufschwingt. "^ 

Vor den meisten seiner collegen zeichnet Helber ein gutes 
etymologisches gefühl aus. Die ableitung von Qüit aus SCuf 
(üve) und 2(äfeU (iuwele) s. 31 ist für einen grammatiker 
des 16. jhdts. eine höchst achtbare leistung: dafe ©(aub, QtiütQ, 
QÜb mit ^e zusammengesetzt sind, erkennt er aus antoben ^ 
»ernuegen, au^enltb (s. 16), während er allerdings das gleiche bei 
Qmtin, gnab, gfinb, gwinn verkennt und g(uet mit (o^e in verzeih- 
lichem irrtum zusammenbringt. Er weifs, dafs in Xkpcit, das er 
auf iT^eubwalb zurückführt (richtig wäre iT^eubbalb), das alte 
X^eub stecke® (s. 32), während z. bspl. noch Laurentius Albertus 
(1573, (Stammatid bl. B 4^) Dietrich „t^atreic^" erkläi-t, und 
wenn er von dem ie in S^iepoU das ie in. gien^rt trennt, das 



6 Eine ausnähme bildet nur etwa die confuse definition der 
diphthonge s. 21. 

■^ Auch in der Orthographie steht das syllabierbüchlein in ei-freu- 
lichem gegensatz zu jenem gutachten, das die schon seit Niclas von 
"Wyle von verständigen lehrem fortwährend bekämpften doppel-n am 
wort- oder sylbenschlufs noch in voller blute zeigt, während sie im 
syllabierbüchlein gänzlich fehlen. 

8 Dafs Helber darum den ersten bestandteü von ®ie^)Olt richtig 
zu deuten wufste, ist fi-eilich noch nicht eben erwiesen: Beatus Bhe- 
nanus, Eerum Qermanicarum libb. III s. 178 (1531) behauptet, Theut- 
uualdum significare diuinam potentiam siue deum esse potentem: 
Theut (Diet) habe die bedeutung Gott bei den alten Deutschen gehabt : 
so urteüt auch [Luther], AHquot nomina propria Germanoi*um ad pris- 
cam etymologiam restituta (1537) bl. B 4% der mit Helber in der 
etymologie von ^ieipolt übereinstimmt; vgl. Ickelsamer, Gram. (ed. 
Kohler) s. 34. Vielleicht eine ahnung des richtigen hatte Aventin, 
Bair. chron. 1566, bl. Vl^, als er den namen Stetig erklärte „fcer reid^ 
anSanbönbSeutenönb guten traten (?) ift." 



-r- XII — 

aus e» entstanden sei (= 8cn>en^art)^, so beruht das auf einer 
ableitung des namens, die wahrscheinlich falsch ist, aber doch bis 
auf den heutigen tag ihre Vertreter hat. Jenem gesunden sinn ent- 
springt endlich auch die polemik gegen den genetiv ä^enfc^en^; 
$errcnö etc. und der noch heute nicht überflüssige kämpf gegen 
griechische oder lateinische Schreibung deutscher worte mit pi) 
(8(bu(f),qu(9Warfmart: Helber vergleicht gar die ags. form^ab»art), 
r^ (rat, ror, tum), p* Merkenswert und historisch interessant ists, 
dafs Helber gegen das tl), das doch mit t\) in gleicher läge ist, -nicht 
mehr anstreitet (vgl. s. 8 fg.), während noch Ickelsamer in der 
grammatica (ed. Kohler) s. 40 es verwirft, und Fabian Frangk im 
cantzleibüchlin (1538, bl. 160 a, b) es nur da fordert, wo t und h 
zu verschiednen sylben gehören, in einigen andern fallen es 
als müssige jierb allenfalls duldet, aber z. bspl. in m«t^ ent- 
schieden mifsbiUigt: zu Helbers zeit war das t^ sieger geblieben. ^° 
Das lob, das Gottsched, Deutsche Sprachkunst ^, s. 66, Helber 
spendet, mehr als er habe niemand die rechtschreibung nach 
den verschiedenen mundarten zu bestimmen gesucht, ist nicht 
so ganz unverdient. Zwar fehlt es auch in früheren Sprach- 
lehren keineswegs an gelegentlichen bemerkungen über die ab- 
weichende ausspräche der 'nationen*: aber über gelegentliche 
bemerkimgen kommts auch nicht heraus, und keiner der Vor- 
gänger, auch Frangk nicht, hat, soviel ich weifs, so zusammen- 
hängend und gleichmäfeig einen teil der lautlehre in verschiednen 
dialecten verfolgt, wie Helber das bei den diphthongen der hoch- 
deutschen mundarten getan hat. Es hängt das zusammen damit. 



s Vgl. [Luther], Aliquot nomina etc. Dl*: Leenhart robur Leoninum, 
uiriliter agens et impauide, Sic dictus est Leo Dux Hinricus Brunswi- 
censis etc. 

10 Schon Christ. Hueber in seinem *modus legendi* 1477 (vgl. 
Müller, Quellenschr. s. 10) tritt für t^ ein, doch in sonderbarer be- 
schränkung; Kolrofs will es (Encher. 58 4**) ebenso verwenden wie-bt; 
nach Oelinger, Gram. s. 15, wirkt 1} wie bei vocalen so auch beim t 
sylbenlängend. 



— XIII — 

dafs seit Frangk etwa mit wachsender deutlichkeit alle deutschen 
grammatiken eine Schriftsprache vertraten, der gegenüber die 
eigenheiten der dialecte als misbräuche erschienen: Helber, der 
Katholik, der Süddeutsche, ist freier von ihrem banne als seine 
mitteldeutschen und protestantischen Vorläufer. 

Seine einteilung der deutschen mundarten bezeichnet einen 
rückschritt z. bspl. gegen Frangk und Laurentius Albertus, 
insofern er die einheit der niederdeutschen dialecte nicht erkennt: 
um so trefflicher ist seine Scheidung der hochdeutschen. Das 
überwuchern des bairischen vocalismus hatte die alte einteilung 
'schwäbisch' und 'bairisch* unpraktisch gemacht: derselbe vocalis- 
mus hatte im laufe des 16.jhdts. auch die literatur der landschaften 
zwischen den Ober- und Niederdeutschen ergriffen, wie z. bspl. Thü- 
ringen, das Frangk 1531 seines vocalismus wegen von der £)6er^ 
(ennbifc^ett fprac^e sondern, halb als ober-, halb als niederdeutsch 
ansehen will. So entsprach es durchaus den tatsachen, wenn 
Helber mit glücklich gefundenen namen das Ober- oder Hoch- 
deutsche schied (s. 24) in das Donauische (das Bairische und 
der gröfste teil des Schwäbischen), das Höchstrheinische (die 
Schweiz) und das Mitterdeutsche. ^^ Den vocalismus dieser drei 
hauptmundarten unterscheidet er nun im wesentlichen folgender- 
mafsen s. 24fgg. (ich füge den mhd. vocalismus zur erklärung hinzu) : 
(mhd.: ei i ou ä(w) ü öu aew 

(z. bspl. grä, la) (z. bspl, graewe) 

höchstrh. : ei y ou au u öu au 
donau. : ai ei au au au eu eu 

md. : ei ei au au au eu eu 



iu 


iu) 


we) (alt) 


(umlaut) 


Ü 


ü 


eü 


eü 


(gesprochen oi 


oder ui) 


ett 


eü 



11 Helbera Mitterdeutsch fällt mit Pfeiffers Mitteldeutsch zusammen. 
Vor ihm ist der name nur in der für Mathias von Beheim angefertigten 
evangelienühersetzung von 1343 aus Halle belegt: »dise ubirtragunge in 
daz mittelste dutsch' (Germ. VH, 228). Vgl. auch das exercitium 
puerorum grammaticale per dietas distributum von 1491 (Müller, Quellen- 
schr. s.,18): ,Teutonicum diversificatur per altum, bassum et medium*. 



— XIV 



(mhd.: 


ie 




i 




uo 




üe) 


höchstrh. 


: ie 








uo, 


ue 


üe(5) 


donau. : 


ie 








uo, 


U0 


tie(S) 


md. : ie 


(=i 


12) 


ie 


oder i 


u 




e 

u. 



Man vergleiche damit die bemerkungen Zamckes zum nar- 
renschifP s. 273 fgg., die Helber teilweise ergänzen und ein- 
schränken. Von dieser durchgreifenden erkenntnis sind die übri- 
gen grammatiker des 16. jhdts. himmelweit entfernt. Sie wufeten 
wol, dafs manche worte von manchen Deutschen mit i (resp. y) und 
u gesprochen und geschrieben wurden, die in der Schriftsprache, 
im gemeinen Deutsch, ei und au hatten ^^: aber schon die wei- 
tere einsieht, dafs die Baiem und Schwaben dem entsprechend 
2 arten von ei hatten, wird viel seltener ausgesprochen, am 
klarsten bei Meichfener ($anb6üc^Un 1541, bl. I'*); Frangk 
(2'eutfc^er ^ptadf^ S(rt mh Gpgcnfc^ajft, Frankfurt 1531, bl. X a) 
kennt nicht ai und ei, sondern als Mitteldeutscher ei und ey 
als laute von verschiedener geltung. Von einer doppelten geltung 
des ie, davon dass üe md. ■= ü ist, finde ich nirgends eine 
andeutung au&er bei Helber: dafe hochdeutsch uo u bei den 
^iberl^nbern zu u wird, das ist Aventin bekannt (Bair. chron. 
Vni**), und auch z. bspl. die höchst confiisen betrachtungen 
des Laurentius Albertus (bl. A 5^, 6*) über uo, u, ua, ue, u 

12 Helber sagt allerdings nicht ausdrücklich, dafs die Mitter- 
deutschen ie ■=» i sprachen: aber seine bemerkung s. 33, wonach sie 
allein für mhd. i zuweüen ie schrieben, beweist in Verbindung mit 
s. 19 zur genüge, dass er jene ausspräche als md. kannte. 

13 Aventin, Bair. chron. Vlla, und Frangk (Cantzleybüchlin 1538, 
bl. 167 a, b) sagen es den Sachsen resp. Döringen nach, Meichfsner 
(Handbüchlin 1541, bl. I^) den Eheinländem: vgl. auch Lazius, De gen- 
tium aliquot migrationibus 1555, s. 628 und Kolrols, Encheridion, bl. 
^.6^ fgg. Oelinger, der darauf s. 5. 11 seiner gram, zu sprechen 
kommt, bemerkt zum i für ei: *ab elegantiae studiosis in sermone 
nostro reprehenditur*. Sattler klagt noch 1607 (Orthogr. s. 24), man 
wisse in btcfen D&erteutfd^Ionben vielfach nicht, dafs tetbcn, ftreiten, 
taufc^, bcm nicht Itben, ftriten, tufd^, bin zu schreiben sei. 



— XV — 

entspringen wol einer dunkeln ahnung davon:, im übrigen ver- 
tritt jeder allein, was bei ihm zu lande brauch ist. Dafe endlich 
bei den Helvetii ix (u»cr) dem gemeindeutschen c« (cmer eu»er) 
entspricht, hat Oelinger s. 11 noch beobachtet, und auch andere 
(z. b. Lazius a. a. o.) haben das gesehen: aber damit sind wir 
am ende. Dafs es gemeindeutsch zwei arten von eu (für mhd. 
öu und iu) gab, ja dafs donauisch gar. noch das aus altem und 
aus umgelautetem iu entstandene eü verschieden gesprochen 
wurde, davon ist nirgends sonst eine spur zu finden.^* 

Die mannigfachen feinen nüancirungen der diphthonge in 
den mundarten hatten begreifliche Verwirrung erzeugt: Helber 
widmet daher diesem teil seiner arbeit besonders viel fleife und 
räum; er sucht jener Verwirrung — und damit schweift er auf 
orthographisches gebiet über — durch eine möglichst grofse 
menge von beispielen zu steuern. Aber auch er ist seiner 
Sache schon nicht mehr sicher. Wo das Höchstrheinische ihm 
unmittelbare controle ermöglichte, da stehen seine versehen nur 
vereinzelt da.^^ Dagegen der schwierigen aufgäbe, das aus 
altem iu und das aus u-umlaut gewordene eu zu scheiden, ist 
Helber erlegen, und das ist wol zu entschuldigen: die tatsache, 
dafs noch im 16. jhdt. zwei eu verschiednen Ursprungs, deren 
Vorstufen iu mhd. unbeanstandet auf einander reimen durften, 
verschiednen klang sich bewahrt haben sollten, diese tatsache 
ist so überraschend, dafe man zweifeln möchte, wenn die masse 
der beispiele nicht beweisend spräche. Helber führt beide arten 



1* Helber allein macht auch die bemerkung (s. 35), dass höchst- 
rhein. zuweilen üi geschrieben werde: und zwar entspricht dies üi, 
wie die beispiele lehren, dem mhd. üeje. Beachte auch die trennung 
des e und se (bair. a) vom e s. 22 fg., wo nur das letzte beispiel 
(23 lg) 5(epfel nicht am platze ist. 

^^ Setjeifen 2813 hat auch mhd. ei; vielleicht ist auch IDetbling 
289 =a mhd. weidelino (nur dieses ist bei Maaler verzeichnet), ntautl^aug 
30 17 und autor 30 21 stehen an falschem platze, ebenso beuten 31 13 
(= beiten). 



— XYI — 

von. Worten zusammen an, scheidet aber die aus altem iu ent- 
standenen eü durch ein nachgesetztes colon (;) aus. Von seinen 
127 beispielen nun sind für uns gleichgiltig die 10 worte, deren 
eü auf mhd. i (iw) oder ü zurückgeht oder unbekannter her- 
kunffcist^^: bei netinje^en 32 i8 fehlt durch druckfehler ein zeichen, 
wol das colon. Von den andern 116 worten haben mit unrecht 
die virgel 12", das colon 7^^; die übrigen 97 worte bestätigen, 
dafs jene auf den klang hin von Helber vorgenommene trennung 
etymologisch vollbegründet ist. 

Helbers syUabierbüchlein scheint weder Verbreitung noch 
Wirkung gehabt zu haben. Kein wunder! Für die zwecke 
elementarsten leseunterrichts war es doch zu 'subtiP, da gab 
es praktischere bücher; und höheren wissenschaftlichen ansprüchen 
konnte das bescheidene werkchen, das uns wie ein sehr verspäteter 
nachzügler aus den zeiten von Kolrofs, Frangk und Ickelsamer 
anmutet, ums jähr 1600 nicht mehr genügen. Was ihm in un- 
sem äugen noch am ehesten seinen kleinen wert verleiht, die 
unbefangene rücksicht auf die mundarten, war ihm keine empfeh- 
lung vom standpunct der grammatischen theorie, die seitOelinger, 
Albertus und Claius die herrschende war; die Vertreter dieser 
richtung fühlten sich als die elegantiores und cultiores im be- 
wufstesten gegensatz zu den 'simpliciores et incultiores^ die 
noch grob dialectisch redeten oder gar schrieben; und es ist 
gar bezeichnend, dafs Gottsched gerade durch seine besprechung 
von Helbers büchlein sich veranlafst fühlt, seiner freude dar- 
über ausdruck zu geben, wie wirs seitdem so herrlich weit 
gebracht. 

Berlin, den 20. Juni 1882. ^ , « ., 

Gustav Boetne. 

16 feüd^tg, fpaltfeüel, pfcüfen, burc^gereüttert; öerl^üraten, fpcücn; 
teüglid^; treüfc^, 9^eüd^tIonb, frtegSbeüt!^. 

17 beuten, öorleüdöter, bienfticüt, öerieümbet, 9lcü, fifd^crreüf^ au^^ 
gereüttet, feud^, fpreüer, fd^eü^cn, fd^eüalid^, Xeütfd^. 

13 ©reüj, eüterlein, gefreüfet, nteü§, ^reüffen, feürlein, fteublein. 



Titel mit raadein&ssung. 

©ebrudtet l^od^teutfd&cr fp^ad^ 

Sefenöfuttjl: 

(Bamht crjcelung bcm Sßortercn, in müid^m 
nac^ t^nterfc^iebenem gebrauch breierUi brttcfe 
reicn »nb au^fpwc^cn, Sli, Qi, ^u, £)ü, 
@u, @ä^ gefunben »erben. , 

(Sebafiian $Mtt, ^efferiWen SHotarien 
jn grefburg im SBreiflgett), tc 

[Wappen.] 



©ettucft ju Swiburg in ^c^ttonb, 

bnrc^ ^bra^am ©emperle. 
Anno CID. ID. VHC. 



aufp^ad^en. 



Kopfleiste. 3 

[2] 

mttiimq bifeS ^ettfeS. 

I. SJon ben namen, mb geftattten gebrudfter Ober Sefltfd^er 
SJud^ftaben. 

II. SBie man bic jenen aRitftimntenbe S3ud^ftaben, toettid^e 
meererlei frafft önb geton !^abcn, in aüerlei Selben a\x^\pxt<i)t, 5 

III. SJon 3uf<Jtno:bnung ber SKitftimmenben, tüomit bie 
©^tben red^tmeffig entfd^iben werben. 

IV. SJott einjeligen ©elbftlautenben. 

V. SBeHid^e ©elbfttmmenbe in einer @Ql6 mögen beifam 
gefüegt fein: önb tuaS getont in breieriei Sanbtfd^afften bar^^ 10 
burd^ angebeütet toerbe. 

VI. SJon etlid^en SSüed^erifd^en B^id^en, tuellid^e allfo öil 
gelten ünb anzeigen, toie fonft 2. ober 3. S3ud^ftaben mit ein^ 
anber, ober toie ein ganfeeg and^ üiIfQtbigcg S33ort* 

VII. aSon öermog berer Sd(^tn, bie mit bem mfib nit 15 
werben für gebwd^t, bod^ bem tefenben bienen jn fertiger 
önterfd^eibnng ber 9iebe. 

3n üerftenblid^em ünb öoffomenem lefen ge!^D:t and^ baS 
man toiffe, toettid^e ©Qlben in einem SBo:t, wegen be§ finne§ 
in ber ganzen reb, einen langfameren anfjug fo:bem, önnb 20 
wettid^e SSud^ftaben ober ©^tten man ^jffege üon eilend wegen 
gcfd^winbiglid^ ober and^ gar nit au§ ^nfl^red^en. 2DieweiI 
aber foHid^eS bnrd^ gewonung fan im teglid^en jnel^Djen ergriffen 
werben, will id^ beffen erjeelurig öermitten l^aben. @o fallen 
wir nnn ben ©rften S^eil bife§ S5üd^Iein§ an in ®ottc§ namen. 25 

3 SSud^ftabcn. 20 foibcrc. 

25 Durch zu starkes beschneiden fehlen den nicht eingerückten 
Zeilen dieser seite die ersten 1 — 2 buchstaben. 

1* 



Kopfleiste. 



[3] 



/El® fctnb 25. ©crncinc SRamen aücric^ ®roffer bnb Slctncr 
^ ©cbrudftcr ©infad^cr Sud^ftaBe in gemeiner @})rad^ Oberer 
lentfd^en Sanben. S)ife Flamen lauten alfo: 81, Be, bfe, be, 
5 e, ef, ge, ^a, i, ia, tl, m, en, o, pt, hi, er, t^, te, u, u, rot, 
xU, ipf^Ion, tfet 

2)a]^er f^jrid^t man, bit Obern, ober |)od^teutfd^en !^aben 
in irer ©i^rad^ 25. Sud^ftaben. 

SBan ein foHid^e anjal ber ^d^ftaben bie an irer geftoüt 
10 mh fraft ober Vermögen önberfd^ibenlid^ feinb, bn in eigne 
ozbnung gefteHet toozben, Be^ einanber fteen, aU bon l^eiffet 
man bifen l^auffen ein 2lBece. 

©onberbare Flamen l^aBen bie Sfld^ftaben toegen jreg 
getont ober !^aHe§, önb werben 7 an^ j^nen genennet Selb* 
15 loutenbe, nemlid^, 21, @, 3/ Of SS, ü önb ^: bie anberen 
an SRittlautenbe ober äRitftimmer. 

[gemerg öon wegen be§ oii§ baran bi^ [4] f er ober jener 8üd^= 
ftab :ppegt gefegt jufein, l^eiffet man fie SSerfalen, ginalen, 
mi SKittere» Seftlid^ wegen önberfd^iblid^en fozm^ ünb geftallt, 
20 l^at auiü^ jenes 8lbece (ober S)rudEfd^rift) einen anberen namen 
ban bifeö. S)eren erHerung laffe id^, afö j[e|t ein ßefenS^ 
leerer. Bei ber S5ud^fe|er lunft öerBIeiBen.] 

aSoIgen nu l^emac^ jweier geftallten Sfid^ftaBen. SBeHid^e 
ndl^ener Beifam gefefeet feinb, -l^aBen einen ©emeinen Stomen. 
25 9la m ©c S)b ee gf @g ^^ 3i AI ßl SKm 5Rn Do 
^p iQq SRn @f§ St SSüuüu SBw dc]C ^t) Sj. 



6 ü ist sonst nur noch in Oelingers grammatica etc. (1573, s. 1) 
ins aiphabet aufgenommen. 



II. 

(Sin Stß ift ein o^bcnlid^e famtung ber SSfid^ftaben ju 
eim gctüiffcn get^om 8lu§ Selben tnad^t man SBo^ter. S^bod^ 
jujcitcn f)ai ein SBo:t nnr ein Sitten, önb ein ®\)tb nur einen 
Sud^paben: atö, e^wt^ger ®ott. 5 

©tlid^e Sud^ftaben l^aben nit in allen [5] 2B6:tem einerie^ 
ti)on: nemlid^ SJ, ®, ®, §, 5ß, X, SB: ferner^ 31, ®, 3, D, 
u, u. SSon be§ S önnb fß confonantifd^er art, tt^irbt nad^ 
ben erftcn fiben jefet erjeleten SSud^ftaben ge!^anblet werben. 

Sttun ber öfid^ftab 35 ttJirbt in etliche SBojten ftari an^-^ 10 
gef<)rod^en, in etßd^en fd^mad^, in anbeten gor nit, ober bod^ 
feiten, j. @o man bj S5 ftard au^f^jzid^t, lautet e§ öaft wie 
ba^ 5ß. Sllfo wirbt e§ auggef^jrod^en wan e§ ber erftc S3ud^* 
ftab ift in eim SBort, ober aud^, fo e§ ber erfte ift im anbere 
teil eineg jwifad^en SBoitg, aufgenommen ba§ SBozt ©erbor. 15 

S3art, berg, binj, bott, bunb, bürg, iab, balb, bilb, iaU, 
ball, blatt, bti|, barb, ia§, bad^, bug,. bufd^, bürg, bzugf, 
brett, iaii, bamt, it^, Ut^, iod, bloi, big, bi§, bolj, bmnn, 
bei, bede, btinb, erb=beer, bo-rer, bten^ben, bo^nen, bitter, 
bo*ge; bo*nen, boz^^gen, he^d^en, baa^d^en, boI4en, bott^toerdE. 20 
Sin§=bar, funb:=bar, frud^t^bar, nad^^bar, be:=ftim'met, ge^burt, 
ge^burg, ge^bia^ten, öer^bür^gen, an-beHen, 2C. 

ij. S)a§ SKittel S5 lautet öaft fo Knb afö ber jene S3ud^- 
ftab ben man ba^ boppd ö ^ei§t, nemlid^ ba^ SB. 2)ife§ 
gefd^i^et wan ba^ SJ nit ber erfte SSud^ftab [6] ift in eim 25 
SBo:t: ober im anberten teil eineg meerfad^en SBozt^: ober 
aud^ wan nit ein m ju ned^ft t)oz be b, in eim SBoit gefefet 
ift: afö: 

2lb, gab, l^ab, grab, trab, fnab, grob, Hob, fotb, falb, 
5alb, falb, falben, leiben, Kerben, lo^ben, o*ben, to-ben, ge^^ 30 
ben, l^e^'ben, e^^ben, re==ben, ftre=be, ne=ben, Werber, le^ber, ger= 
ber, fer-ber, fefcber, fter^ben, ü*ber, bi^ber, na^bel, ga^bel, 
fa=bel, f)0'U4m, ^e*be4en, an^ge^Io-bet. 



4 Kopfleiste. 

[3] 

I. 

/El® fcrnb 25. ©emeinc 5Ramcn aücrlc^ ®roffer bnb Sleincr 
^ ®cbru(ftcr ©infad^cr SJud^ftabe in gentctncr @})rad^ Oberer 
Sieutfd^en Sonben. S)ife Stauten lauten alfo: 21, be, bfe, bc, 

ö c# ^ff 9^/ ^ö# i/ *<Jf ^^^ ^JWf ^"/ ^f P^f *Wf ^^^ ^^f *^f "' 2/ ^^' 
ifö, ipf^Ion, tfct 

®a^cr fjjrid^t man, bie Obern, ober |)od^teutfd^en l^aben 
in irer Spxaä) 25. Sud^ftaben. 

SBan ein foHid^e anjat ber ^d^ftaben bie an irer geftaHt 
10 t)nb fraft ober vermögen önberfd^ibenlid^ fcinb, bn in eigne 
ozbnung geftettet toozbcn, itt) einanber fteen, afö bon l^eiffet 
man bifen l^auffcn ein 2lbece. 

©onbcrbare Stamen l^aben bie SSfid^ftabcn wegen jre« 
getont ober ^aUt^, mb Werben 7 aa^ j^nen genennet ©elb:» 
15 lautenbe, nemlid^, 81, @, 3/ 0/ SS, fi önb ^: bie anberen 
an SWittlautenbe ober äRitftimmer. 

[gemerg üon wegen be§ oit§ baran bi* [4] f er ober jener 8üd^= 
ftab tjffegt gefefet jufein, l^eiffet man fie SSerfalen, ginalen, 
mb älittere. Seftttd^ wegen önberfd^iblid^en foam^ önb geftattt, 
20 l^at auiü^ jenes 8lbece (ober S)rudEfd^rift) einen anberen namen 
ban bifeö. S)eren erHerung laffe id^, atö jefet ein ßefeng? 
leerer, bei ber S5f4fe|cr fünft oerbleiben.] 

aSoIgen nu l^emad^ jweier geftattten Sud^ftaben. SBeHid^e 
ndl^ener beifam gefefeet feinb, -^abcn einen ©emeinen Stomen. 
25 8la m ©c 2)b ©e gf @g ^^ 3i m ßl 3Rm 5Rn Do 
^p iQq fUn @f§ St SSüuüu 2Bw Xy g)^ Sj. 

ö ü ist sonst nur noch in Oelingers grammatica etc. (1573, s. 1) 
ins aiphabet aufgenommen. 



II. 

(Sin ©^16 ift ein o^bentid^c famüing ber S3ud^fla6cn ju 
eim gcn)iffcn gct^om 2lu§ @t)IBcn ma^t man SBozter. 3ebod^ 
jujcitcn !^at ein SBojt nnr ein Selben, mh ein @^I6 nnr einen 
Sfid^paben: atö, @*n)t*ger ®ott 5 

Stlid^e S3fid^fta6en l^aben nit in atten [5] 2B6:tem eineric^ 
ti)on: nemlid^ SJ, (S, &, §, % %, ^: ferner^ 81, ®, % D, 
u, n. SSon be§ S önnb SS conjonantifd^er axi, toirbt nad^ 
ben erften fibet^ jefet erjeleten SSfid^ftaben ge!^anblet n^erben. 

5Run ber öfid^ftab 35 ttJirbt in ettid^e SBo^ten ftari an§^ 10 
gef<)rod^en, in etlid^en fd^tuad^, in anbeten gar nit, ober bod^ 
feiten, j. @o man bj S5 ftard auSf^jzid^t, lantet e§ öaft mie 
ba§ 5ß. Sllfo ttjirbt e§ an^gefjjrod^en toan e§ ber erflc S3ud^=' 
ftab ift in eim S33ort, ober and^, fo e§ ber erfte ift im anbere 
teil eineg jttjifad^en SSSoitg, aufgenommen ba§ SBo:t ©erbor. 15 

S3art, Berg, binj, bott, 6unb, Bürg, bab, Balb, Bilb, baß, 
Ball, Blatt, B% BarB, Ba§, Ba4 Bug, Buf^, Burg, Bmgf, 
Brett, Bafe, Bonn, Bed^, Bled^, BodE, BIodE, Bi§, Bi§, Bolä, Bmnn, 
BedE, BedCe, Blinb, erb=Beer, Bohrer, Blen^^ben, Bohnen, Bit^ter, 
Bo^g?, Bo-nen, Boi==gen, Bje^d^en, Baa^'d^en, BoI4en, ioU^totxd, 20 
Sinß^Bar, funb^Bar, fru^t^Bar, na^-Bar, Be^tim^met, ge^Burt, 
ge=Bürg, ge^Bia^ten, öer^Bur^gen, on^BeHen, ic. 

ij. S)a§ SKittel 35 lautet öaft fo linb afö ber jene »fid^- 
ftab ben man ba^ boppd ö ^ei§t, nemlic^ ba§ SB. 2)ife§ 
gef^i^et tt)an ba^ SS nit ber erfte »fic^ftab [6] ift in eim 25 
SBo:t: ober im anberten teil eineg meerfad^en SBo:t§: ober 
aud^ ttjan nit ein m ju ne^ft öo: be B, in eim SBoit gefefet 
ift: afö: 

81B, gaB, l^aB, graB, traB, fnaB, groB, HoB, foIB, falB, 
5aIB, falB, Ia*Ben, te^Ben, tie^Ben, lo^Ben, o^Ben, to-Ben, ge^^ 30 
Ben, l^e^^Ben, e^Ben, re^Ben, ftre:'Be, ne==Ben, ttJe^Ber, le^Ber, ger^ 
Ber, fer^^Ber, fetBer, fter^Ben, u=Ber, Bi^^Ber, na^Bet, ga^Bel, 
fa=BeI, l^osBe^^Ien, l^e*Be4en, an^ge^Io^Bet. 



3. @in ftuntmed 6 i)ai t)02 im ein m* (Stlid^e meiben 
bifc§ 6, im fd^rcibctt, önb fc|en am enb cine§ SBo:tei5 ein 
onberc^ m barjue: afö für Samb, Samm* 

@mB*fig, frcmtb, cm6b, ^cmbb, ümb, ömb*gc*Bun=bcn, 
5 t)mb^c=tüun^bctt, ümb^rin^gcn, t)mbs6rin=gen, cr*bcrmb4id^, 
^or^^og-t^umb, 3«=bcn4!^umb, mögb^tumb, jc. 

SSom ® tüirbt id^ 9. ftui crjcclcn. 

1. SBan bifc§ Satetntf d^c Ä ncmüd^ ba§ ®, nad^ jme f)at 
ein c, i, ober t), in feiner ©^tben, fo tüirbt e§ gelefen ate bf. 

10 ©yentplen: 

©ent-ner, cir^dEel, ci^tiem, ©i^ce^^ro, cin^no^ber, ci^ftem, 
ci^tron, f|)a=cie*ren, fce^pter, ce^ber^aft, ®9*riHug, SSin^cenj, 
®Ux4i^tn, Ki4i=ci^en, Su^ci-a, ®erid^t§*<)roceg. [7] 

2. SBan K fteet öoj btm a, o, u, ober eim ©onfonanten, 
15 fo lifet man cg wie E 

Kommet, ca^miHen, co-ri-an^ber, ©or^ne^Ii, ©a4en*ber, 
cre^^benj, cre-a^tur, cru=ci=fif, ca-^jeU, do^fter, con-cent, con= 
cept, pmd, fa^cuttet, com^^^^ag, com*mun, fuc*ce=birt, ©on-ci^i, 
cu^ftor, ©o^ftanj, ©otmar, KoB4en§, canj^cr, com=men*ba*ti^on, 

20 fcor:=^3i^on, co=me*bi'ant, ab'C0'^3ie=ren, ©om-^jo^ftcll, 9Kar:=cug, 
Ele^ment, car^bu^be-ne-bi-ct, clan-fur, darret, fa=dor, re^l^e- 
ctirt, feieret, fi3i^ca=nar-bi, con*tcn=tirt, be^cre-tirn, o^cuJift, 
a^^f^ject, com'|)te=^'on, fe*cti=rcr, fpedf, fd^nedf, \pudtn, ftri^dEen, 
fti^dfen, fli^dfen, ^jra^ctidE, glü-dfen, f^)e==cta==cuL 

25 3, ©0 in einem Sicutfd^gema^ten SBojt ein e gefegt 
toirbt jnm ca, ober co, fo giltet ba§ © ein ff* atö: 
©oe4en, co^^jel, ©dnner^ing. 



1 m.] m t. Vgl. Frangk, Cantzleibüchlin 1538, 164*», Oelinger, 
Gram. s. 5. 

9 i] r. 

21 carbubenebict == mlat. Carduus benedictus. *2BiIber Äorbobcnebtct. 
Cnicos, (5tn ftouV Maaler. 



4. 3ft c§ o6er ein dtt^ Sateimfd^cS mit, fo gilt e§ bf, 
tüic fonft t)ozm c önb i 

©ac«far, Ed^cMi^a, ®64i*uS, 

5. @o bo^ © öimb 1^ ein SBoit anfallen, loutct eg in 
®emcitte Icutfd^cn itt) Dnfcrcn jciten wie fl^, 5 

©^ri=ftoff, d^o4c*rif4 d^ro==nif, ®l^ur=^furft, (m§^er=»d^osrett, 

6. SBofen © Dnb 1^ nit bie erfte SJfi#abcn feinb in cim 
SBo2t, önb nit ein f bei [8] bcm 5 pect, fo l^aben bife jtoe 
^ü(^\tabtn ä), einen befonbere ton: baS nemßd^ ia^ c fd^toad^, 10 
tük ein l^dbeS g, ütt ia^ ^ gleid^fam gebo|)Iet gel^ott mirbt: 

®a^, iai), tad^, rad^, ford^, nad^t, f^rud^, tod^, merd^, 
ftrid^, red^t, fd^Icd^t, fned^, fica^d^e, iit^^tn, be^er, ba^d^en, 
bo^en, öer-^bi^d^en, ttjad^^tel, fe^4en, fled^^ten, Iat=tid^, fta=(^el, 
ft'd^er, uer^nid^^ten, mad^t=fo§, ge=»]^or^e, ©rie^d^ifd^. 15 

7. S)ife brei Säd^taben d^, werben anSgeftnod^en wie 
ejtt tinbe0 U, in jenen SBozten in wettid^er gleid^en örf})zungg 
ba^ f aöjeit bei bem d^ gefunben wirbt 

D^^, fnd^S, ffad^^, wad^, a^^d, ©ad^^^n, wir wodj^^n, 
ir wad^^et, wed^^feL 20 

8. Slber in benen SBoztem weHid^e bj f nit alljeit beim 
^ f)ahtn, ioxM bj d^ gel^oit wie oben am fed^ften ozi 
gemelbt 

Xad^^tuel, bzud^'pein, fd^ad^^baett, be§ bad^§, be« tad^i^, 
beg bed^g, Hed^g, ftid^g, ftrid^g, Iod^§, f<J3ud^g, ge*md^^, werd^^. 25 

9. Sefttic^ fo ein f fteet junet^ft öwm d^ in einer ®tß, 
i^abtn atö bann bife 3. Sfid^ftaben einen gefd^winben, t)er« 
mifd^eten, befonberen ton ober ffää: 

* Es lautet wie k nach Kolroß, Encheridion, 93 7**, Oelinger 
a.a.O. 8. 8, Claius, Grammatica (1578), s. 6 fg. 

11 Mit griech. x vergleicht dies oh Claius, Gram. s. 6, mit g 
Ickelsamer, Gram. (ed. Kohler), s. 25. 26. i3 fci^Ied^. 

1* Dieselbe regel wie 7. u. 8. auch bei Oelinger a.a.O. s. 7. 

22 d^] c beidemal. 



8 

fd^ttjor^, fd^in^^bel, fd^i^ntd, ttji^ [9] fd^en, fd^utter, fd^ulb^ner, 
fd^too^cn, fd^tüer^en, fd^ro^fen, fd^or^zcn, fetfd^en, f^metsen, 
fd^tocsd^cn, fd^mtr^äen, cHd^risdEcn, cr^d^rc^^dEcn, fd^ordad^, 
5 fd^tm})f, fd^amaut, tüaHeHd^aff, fd^o^en, fd^toong, bc^fd^ut 
biegen. 

SSom @ fag id^ brei bmg. 1- ©ein eigner ffaU wirbt 
empfunbcn in foHid^en SBoiten: 

3Beg, ftcg, bug, jug, fing, ttang, gang, Berg, jWerg, ftang, 
10 ftrong, tang, fd^toung, öer^trag, an*Hag, önbegrüefft 

2. ®ebo<)Iete§ g lautet toie f: 

©agr^gen, eg:=gen, rog^^gen, öurg^^graf, bug^^gel, ^in^toegg. 

3* S)egglcid^en aud^ fd^ier, ttjon jtüifd^en im önb bem f, 
% X, ober f, ein e fteet, önnb man bon eilenbs toegen bag 
15 e ni^t augf^jiid^t 

©el^abt, gebebt, gel^anblet, gel^oblet, ge^eblet, burd^geriffen, 
abgeruraten^ gefronfet, gefottcn, gefaljet, nad^geftellt, eingefat^* 
|cn, ömgefd^anfet, angel^eftet, öngel^inbert, ge^effig. 

@in ^ ift ftordC cax^ ju f^red^en, ein anbereS fd^mad^ 
20 ober gar ftunt 2)ag eigenlid^e nemfid^en ba2 öoüige ftarfe 
ift in foHid^en SEBozten: 

©afö, l^art, !^erb, ^irt, l^olb, ]^o% ^nü), ^db, l^clm, ^aü, 
l^ea, ^ol, ^oU, ^k, f^opl tori>i)opl ^0= [10] fen, Raffen, ftcri^el, 
fd^Ial^en, fd^Ie!^en, nad^^engen, ffiel^en, jiel^en, fd^mel^en, leiten, 
25 leil^e, fd^toel^er, el^er, fe^en, f^iel^en, toi^elcn, entlel^encn, oer* 
me^elen, gefd^el^e, äRa^omet, geflel^enet, anbertl^alb, füenl^eit, 
Huegl^eit, mamt^eit 

2, 2)a§ ftumme ^ ift, n^eßid^eS man einem ©elbftlauten« 
ben Sud^ftaben ober bem t in Sieutfd^en tt^oaten })flegt anju* 

' *@d^rofen ob* oclfen jü bcnen man ntt fommen mag. Adita 
carentia saxa.' Maaler. 

11 Die doppelung des g verwirft Kolroß im encheridion (bl. S8 4*) 
gänzlich. Oelisger s. 15 kennt gg am sylbenende für ck. 

29 Vgl. die einleitung s, 10! 



l^cngen, fo bo^ SBojt nit mit Sc ober @c ithopttt toirbt, 
(wie bife: (3ä)äbt, gcl^ojc^et, gebunden, ge]^u|)fet, tc.) 

(Sf)x, mc|r, fc^r, e^c, fte^n, gel^n, ol^n, xati), not^, a% 
rtiaf)l, iH ftr, iofftt, fo^n, fa^I, fe^I, mü^e, ge^ft, ficfte^ft, 
o^r, t)^r. 5 

SSom Sß metde id^ brei bing. ©rftlic^ önb eigenlid^ foü 
e§ fterdcr gef|)toc§en fein ban ba^ erftcriei ®. 

5ßlag, laxtipl ^jontp, |)funb, Sßriefter, Sßfortl^en, pla^, pia^t, 
@r l^at gegum|)t, önnb ift ge<3lumt)t. 

2, ©0 bog |) gefegt »irbt bei ctlid^cn jnjifd^en m önb t, 10 
önb baffclbe SBoat in anbem feinen bugen ober enberunge ber 
leften falben, ba§ p nid^t bei jtd^ l&at, fo ift bifeg p für 
Jnueffig jul^atten, tt)ie oben ba^ britterlei b. 

ßompt, öerfaumpt, crfrum|)t, ninH)t 

3. So auff bag |) ein ^ öolgt, lifet man [11] bifeS 15 
©riec^ifd^e gefe^ tt)ic ein ftardEe^ f. 

5ßptt)|), pfftj'iit, K^rifto|)^orug, ^op^a, 3?icet)^oru§, 
&,topf)a^, %f)top^iM, triump^im. 

J)ag % ^at neben feiner eignen an^^pta^, aud^ bag e§ tf 
gilt, tt)an nad^ im fteen bife SSocden io, ie, ii, io; ob' in: 20 
ausgenommen »an t)oz bifem t, ein f ober j gefteüt ift* 
©jempel t)om tf: 

3Rau^*ti-u§, tc^cti^on, fa^cti*on, re^jutatio, inquifition, 2e* 
rentia, (Sgn^pütt. 

©Sentpel öom ft: 25 

Oue^fti^on, 2:]^emiftiu§, mi^-ti-on. 

SB ift viererlei toeifen auSjuf^jred^en. Sie @rfte ift ir 
eigenßd^e (atö ein mittelbing jioifd^en f, önb aüer SSoIdtem b.) 

®'tt)ig, be^toifft, be^toegt, ge^^toun-nen, ge^mun^ben, gemenbet, 



3 meer, feer. Diese worte sind im ganzen buche stets mit cc 
gedruckt; vgl. s. 22 20. ^° Vgl- anm. zu 61. 

19 Vgl. Oelinger s. 9; die regel ohne die ausnähme auch bei 
Kolroß a. a. o. bl. SB 7^* und bei Fuchßperger, Leeßkonst (Müller, 
Quellenschr. s. 176). 



10 

gctocji, önbcnjonct, ömfigetpenbct, imattt, bctücrct, bctt)illigct, 
gciDoiffcn, ietooibtn, gctüctjct, gcmoHt, bctpclfict, afigewifcn, 
öngetDcfferct, bctüaffcnct, gctüitdct, gctoürgct, gciüibmet, gc= 
iDürffcIct, gctootct, geloerct, gctPcdEt, gclDünfd^ct, gctüagt, gciDütjt, 
5 cingcnjurjct, gctocgen, gewintert, gctütsigct, getoic^tig* 

2. (So in eine SBoit tt) bcr Icftc SJud^ftob ift: ober aud^ 
tocat am enb be§ tomii nad^ im öolgen bifc Selben, er, cre, 
crc§, c, en, efi, cftcr, ete, ifd^, crifd^c, 2C, toitbt bj to gcicfcn 
toic ein u. 

10 [12] grato, ^amto, erfrelocji, bcfd^alocn, qt^atotk, fSäiU 
liSoto, ©untgcmifd^c. 

3. S)cj3glcid^cn ctoa für n; 

©cbcio, gctrctocg, ctocrigc, cmetoercteg, fcmifd^c. 

4. ©tuln ift m t)aft bei ieberman bifcr seit, man c§ bcm 
15 m, du, tu, cu ober bcm n jucgcfefet ttjoabcn. 

SRcüto, gctrcülolid^, graunjc, (bcfd^outoen, l^outo, nütoßd^.) 

S)ic S/ if i »erben gebacmd^et nit allein aK ©elbloutenbc 

SJfid^ftaben, toie in bifen SBojten: SBon ber SBirt tt)irbt fom^^ 

men, toirb id^ j^m, ac. fonber an^ • aU ein SBitftimmenber, 

20 önb loirbt ftordE olfo au§gef|)rod^en, ba§ man l^alben teitö ein 

g ^ozt, önb gleic^fam ein i barauf: 

Sung, iuget, jener, Senner, jenfeit, gejetten, öerjel^en, 
majeftet, beriefen, ^oi, 3acob, Soad^im, breijerig, iomer, iag= 
fc^iff, !rieggiu<3|)en, S^ngfl^en, Jüngling, ^^imia^, inftife, 
25 gejod^et, gejnd^jet, geiad^jet, jubelseit 

aiuff foKit^e njeig »erben m^ granfeofifd^er ömtb 3talid= 
nifd^er ort auggef|)rod^en: ®enf, ©ernia, ©eozg» ©Üid^ 
fd^reiben $^ozq. 



« Vgl. Ickelsamer, Rechte weis bl. ^ 3^^ Claius, Gram. s. 6; 
Oelinger s. 13 gebraucht für dies vocalische 10 ein besonderes 
zeichen ü, 

10 SSimSou. 

1* Vgl. Oelinger a. a. o. s. 14. 



11 

SS, \), u biouc^t man ®rftKc§ afö einen [13] felbftlautenben 
K^aracter, atö im önbertl^enig, (Siner önter eud^, ac. 

2, 8ln [tat be§ u toirbt e§ aud^ genommen, öon bem ^ex^ 
nat^ in ber öierten Slbt^eilnng big SaSerdS. 

SSber, t)6el, \)pp\q, l^eufer, end^, fic$ eufferen. 5 

3. SBie ein m ober mittel i lautet ba« n, tocat e§ nac$ 
bem q, g, ober f gefegt ift: 

0»S3t33iaS@, quabcrftud, önbequcm, quintfdtten, 
qudrtlein, quitanj, quenbel, qual, quelcn, quellen, BrunnenqueH, 
Ouab, Guablenber, quecffüber: ©uarbe^auptman, Singttift, 10 
@uitunu8, ©uetoniug. 

Seftlid^ giftet e§ ein ^albeg ob' ünbe^ f* 

aSil, t)aft, t)ott, t)ogeI, önöenid^tet, önöerfd^emet, önöetfeeret, 
^jjouiuj, vermenget, beöeftiget, naöe, geöifd^et, öieredet, 5ßaöei, 
@at)oi, SSenebig, öoztac^, oKuen, 2)auib, ^jreferuatif, Sit)iu§, 15 
©euerinug, gtauitetifd^, ®ua, ^jriöilegiert, reuerens, teuibire', 
SSalentinui^, SSitu§, ^jriöatperfon, aSeronica, öitriol, öictorf, , 
geöatterfc^afft, ©enoöefa, SBiöeteburg, Suo, Suan, ^man, 
motiucn. 

SRu aber bomit öon Un ^nbem bie önberfd^ib etßd^er 20 
©elbft t)nb ajiitftimmenber SJüd^ftaben, beren einer bem onbcm 
in ber augf|)iac§ an ehparem anlief ift, werbe belber ergriffen: 
mag l^elffen bie [14] uebung in augf|)rac§ öolgenber S^Ibe: 
bereu lefter ößd^ftab aud^ mod^te gebo^jlet furgegeben werben* 



6 Dieselbe regel in Fuchßpergers leeßkonst (Müller s. 175); 
häufiger ist sie auf g und q oder q allein beschränkt. 

10 'Cuotlcnber : Batauos et Beigas nostri ita iocose nominant, 
quia pro 8 litera, vtuntur litera t, et omnia per toat, bat, quot efferunt, 
quod Vitium graece <l>iXKta/i6g dictu.* Laurentius Albertus, 2^eut|d^ 
©rammattdf 1573, A 5^. 

" ©uitunuS: St. Swithun. 

18 'SBiftif^urg (ha^) Aventicum.' Maaler. — 3uian] 3ouion? 



12 



I^Olt, 


tl^an. 


t^en: 


S^un, 


tpn, 


t^tn 


Ion 


tan 


ten: 


Sun 


tun 


tin: 


®on 


bon 


ben: 


S)un 


bün 


bin: 


3o8 


iad 


jeä: 


3u3 


itU 


itS: 


5 &oi 


goä 


geä: 


@u§ 


güs 


giS: 


to3 


fa§ 


fe§: 


tu§ 


füg 


Ii8: 


m)Oi 


f^ad 


ti)e§: 


t^US 


!^äg 


■f^: 


^OS, 


d^os, 


^iS: 


®^U3, 


(^äg 


d^tö: 


5ßoI 


:))al 


. pd: 


5ßul, 


t)äl 


^JiI: 


f6oi 


M 


bei: 


»ul 


bfil 


bil: 


2SoI 


toal 


mU 


SBuI 


wai 


wil: 


SSoI 


oal 


od: 


SJuI 


Oül 


Dil: 


m 


fal 


fei: 


Sul 


fül. 


Pt 



III. 

15 SSud^ftabcn werben auf ötereriei toeifen jufam gefüegt, 
bomit ein @^Ib aug j^nen tüerbe. ©in loeife ift, bag nur 
ein SSocd (ba§ ift ein ©elbftlautenber) ju eint ©onfonoten 
(bag ift, ju eint 3Kitftimmenben) gefefet feie: afö in bifen 
Selben: an, er, bu, ob, ob, ir. ©in anbere njei§ ift, ba§ 

20 ein SSocal meer ©onfonäten bei fi^ l^abe: atö: aft, neft, 
anfer, anfen, marf, marft, margf (in^, beinen) ^irfd^. 

[15] Sie britte ift, ba§ nur jwen SSocalen beifam geftettet 
feien: atö @e, Stu, 8li, (£u, zc Sie Vierte, bog jWen, brei 
ober öier Socalen ju einem ober meeren ©onfononten gefueget 

25 , »erben: ofö: Stuf, jier, froub, treulo, ^outt). 

SBa§ ic§ fag ba^ man mit einem SSocalcn foHe tl^uon im 
f^Habieren, bo§ t^xie man oud^ mit meeren SSocaten bie in 

6 gab» 21 xn beinen? 



13 

bic fette falben Qt^biiQ fein: t)on toeöid^en SSitoocoKfd^en 
@^tbcn, in bct SSicrten ©ection önfcr^ Sued^Iing it^cmbUt 
tüirbt, aU t)it bic fßocait tl^uet betreffen. 

®g fcinb breieriei art ber SB6:tem, in gemein jutcben 
tjon SBoitem. ©ttid^e feinb ©infad^c an jrer bebcatnng, önnb 5 
fein öolfomenlid^ gefd^riben, ba§ ift, on ntangrf eines ©uci^* 
ftabeS: atö: SSnfeter, ebene«, ftredete. ©tlid^e fein J)ot)Iete 
an jrer bebeutnng, ober ^aben fonft etttjaS nteerere« anjnjeigen 
mit irer ober iren ange^engeten f^ttben: d« Kamerbiener, 
burd^jagen, anlauffen, erftredtete. S)ie brittc art ift beren @in 10 
önb SWeerfad^en, bie nit öottfomenlid^ gefd^ribe werben, bann 
fie mangelen be« SJßd^ftabS e [16] nad^ bem g ober i, in ber 
erften Selben, ober öo: etlid^en getoiffen, bilen anl^engigen 
leften ®t)lbtru 

SBaS id^ toirb fagen öon ben ©rften, nemßd^ uon ben 15 
(Sinfad^en, bj foH man uon i^nen nit aüein als ban uerfteen 
unb l^alten wann fie lebig fteen, fonber and^ toan fie \axnpt 
einem anberen SBo2t ober Selben ein ®ebo|)IeteS SBojt werben. 
SSnb bifeS ift wol jn merdfen, 

1. SBan nun in eim ©infad^en SBoat ein ©onfonant fteet 20 
jwifd^en jweien @in ober SReerfac^en Socalen, foü ber felbe 
Gfonfonant ju öolgenber @^Ib gered^net werben. 

Stber, jwi^bel, ^pü^xta, ptn^^tn, fü4en, bie^gen, wie^gen, 
un^WiH, ön^^bilL 

2. @in gebo^3leter ©onfonant mue§ abgefegt werben in 25 
jwo ©Qlben, wan er juned^ft nad^ im einen ober meer SSoca^^ 
len ^at 



2 Vielmehr im fünften abschnitt! 
10 Über synkope vgl. Kohroß, Encheridion d 3* — i\ 
20 Vgl. Ickelsamer, Gram. s. 31, Fuchßperger, Leeßk. (bei Müller 
B. 176), Sattler, Orthogr. s. 23; Kolroß, Encher. (bl. (£ 7*) läßt un- 
entschieden, zu welcher sylbe der einzehie cons. zu ziehen sei, Lau- 
rentius Albertus, Gram. bl. B 7 zieht ihn gar zur ersten sylbe. 
25 Vgl. die oben citierten stellen. 



14 

goHcn, fcHen, itm-nen, httn-r\tn, rin^nen, rennen, toaU 
Ich, moMcn, ttjeMcn^ miWen, tüoHen, muHin, ftattcn, ftcüen, 
ftiüen/ ftoHcn, önbcfc^Iof^fene^, ^aitptmenmfci^c, Stittcrfd^afft, 
gfrc^^cnifd^cg, ©eHcgiatftifft. 
5 3, ©0 aber in einem SBoat (öon furfee [17] toegen) ber 
SSocal e nit wirbt gefd^riben nac§ bem gebu|)Iierten Konfo? 
nonten, (mie er ban in bifen ganzen SBozten gegentoertig ift: 
SBan er lüiffete, ^offete, ^jreffete:) aU ban Qt^ott ber Sitpßerte 
©onfonant in bie öoiige Selben. 

10 SBiff:=te, betoifHeg, ange^iffter, aufgefaffteg, öerl^afften, 
geprcfften. 

4. ©0 au^ jmeien. ober breien SBoaten ein SBo:t wirbt: 
ober fo ber eine teil bcg SBo:t§ ift ge, be, jer, er, an, ai, 
auf, an^, ent, emp, t)n, ör, ^aft, l^aftig, fam, bar, if4 ei, 

15 lid^, ffid^, l^cit, feit, nu§ ober ni§, au, lein, fin ober le, ren, 
len, fed^t, let, ig, zc. bel^alten iebe teilen beg SBozt^ bie 
Sud^ftaben bie fie fonji bei fic^ ^aben. 

SSer^renden, init==bringen, tjn:=bertt)erffen, t)n4erfc§ib, tampf^ 
Ioc§, tjoflsenbe, aber^wife, SRent^ambt, öer^bojben, öcr:=berben, 

20 nief^lourj, rotknobell, Db^mann, aufs^juswiglen, ein-ju-fted^ten, 
3ieid^g=t)ice*canjler, toiber-natür^id^, Siein^trom, gegen5|)art, 
l^o^jfen^ftang, SDio^afen, raud^:=fang, erb:=beer, über-muet, jin^ 
)filat, ^fenning-meifter, ^o^^atmeifter, Äud^e^d^reiber^antt, 
lebhaft, SKoagen4anb, fc^melj^ptte, feber^pl, SBint^üI, ur= 

^5 lieber, grüen4ed^t, langtet, meffig==]^eit, minber^en, in'\am^Qt^xoU 
tet, tjtt^f dt=bar, mitUlapp, Stm=^aber, @Ifa6=*ja= [18] htm, SJtaxfff^ 
baben, SBeib4fd^, ©ub==n)int, aRann=ifd^, SBetter^wenb^fd^, 
2)om=^en, SBeft^reid^, Oft=frieHanb, ©um^jolb^-egter. 

[S5ei ie^t gefe^enen gebo|)Icten Konfonanten erinnere id^ 

1 fel-Ieu. 

12 Vgl. die zu 1320 citierten stellen. 
21 gegen «»^art. 25 grücnled^t 

26 TtaüTi), S3aben. 27 gsettcr, SBenb^ifd^. 

29 Das [ fehlt. 



15 

ntic^ ntccrcr SBoatcr btc ouc^ gcbo^jlctc Konfonanten ^aitn, 
t)nb Icid^tlid^ einen juefafe leiben au§ obgefagten Soften ober 
anbem SBoiten, toiettjol fie nid^t allaeit aUermaffen gan| 
bleiben: otö Sluglein cm^ m% fd^Iofelein ou§ bem fd^Iog, 
mennifc^ on^ mann, ac. ®ott, ioit, rott, ft)ott, tritt, fc^ritt, 5 
ma^, nag, öag, ftatt, faö, InaH, öoü, toH, toott, ftantm, wann, 
mann, fd^toan, ftofe, ffo§, roß, groß, tro§, bog, f<3ie6, f|)i6, 
lamm, fd^mamm, lamm, fd^ijf, fd^Iaff, fumm, fonn, äff, bmfi, 
fdJeU, fc^neH, fuefe, meß, bun, f en, ften, tt)urff, gefell, gefteH, 
metaö, cajiett, ca^jiteH, fontaneü, ftudt, rugfj 10 

5. SBo bie Seerftud nit ftat ffaien, fott man jebe S^Ib, 
bie nit bie erfte im SBoat ift, anfa^en mit bem ober bcnen 
©onfonanten, meHid^er ober ttjettid^c je in einem SBoit bie 
erfte SSud^ftaben fein. Sd^ will jejt bie Slnfal^enbe ©onfo- 
nanten färftetten, önb toa^ einer Süi^Ienbi* [19] fd^en @t)rad^ 15 
eigen ift, alfo [ jeid^nen. 

SL Slinb, bloß, ic. Söfo ®e==blen:*bet, ent:=bl6f4et, tc. 

83r. SJruft, branb. Sltfo gürbiingen, erbwd^en. 

J)a^er ge^ozen nit: ^oblen, ubieg, fiefoifd&e, übrige, ic. 
S)an ba ift ein linbeg b, mettid&e^ nie in eim ieütfdje SBoat 20 
(tt)ie im Benignus, rhabarbara, :c.) ber erfte Sud^ftab ift: 
bammb in iejtgenennten SBoatem ba^ b in bie erfte ©^Ib 
gel^ojt, tok auc$ im SBoat ßb^en, für, ©benen. 

SBeiter, ob gleich ttjol nit gefnnben werben ©infad^e SBo^ter 
bie anfiengen öon Sb, b% bn, bf, bfd^t, 2c. jebod^ wirbt irai 25 
Sfteimfd^riften unterweilen j[eneg e nit gefd^riben ober gebmdtt, 
meöid^eg jum crften b in gan|gefc§ribenen SBoatem ge^Oii 
©0 mnß man ban bie ©^Ibcn dfo aufteilen: 

5 mennifd^, aug. 

11 Dieselbe wichtige regel gibt Ickelsamer, Gram. s. 30 (ed. Kohler) 
und nach ihm Fuchßperger, Leeßkonst (bei Müller a.a.O. 8.176), der 
auch eine kleine Sammlung von anfsuigenden consonantengruppen bringt. 

25 Man nannte solche synkopierte sylben 'geflod^tenne' : Ickels., 
Rechte weis, bl. S3 1% nach ihm Jordan, Leyenschul (bei Müller 



16 

fßn'iba^i, ön^bnomen, oug^bjalt, m4>mnt, on^bfci^üttct, 
tmhiffCQt, önbfd^Iogf, önbfd^tDcrt, tjnbfurmcn, unbfungen, t)n^ 
bfd^totct, tüolbfd^ribcn, mtbftimmcte, mitgbiaci^tcg. 

e:^. e^ur. 2)art)on ©^urfürft, SBittd^ur, 
5 es unb IS. asicttjol fein SBoat alfo ongcfange toxxht, 
bod& ift bcr Sud^* [20] feiern b:au4 biefc bcifam jubel^dtcn, 
glcid^fam einen ^dbgebo^jfeten ©onfonanten. 

5Ii:=dten, fd^iüi^cn, fi^en, fe^en, bu-den, gerundet. 

©0 wirbt ban auc§ bijs rcd^t abgeteifet fein: Seit^fd^e. 
10 [Oft ©lonbiu«. SKfo: (Sx'cU^et, con=ctu*btrt 

[Kr. [©t ©rato, Stefi|)l^on: 5ßactirn, ref<3ectirt 

J)r. 2)ringen, 2)refen. Serbmg, urbrüffig. 

gl. glemming: SSerflabert, gefloffet. 

St. grift, gfranl. ©ntfrembet. 
15 ® finb id^ mit I, m, n, r, f, to, (atö glatt, gmein, gnab, 
grab, gjtnb, gwinn) önb in SBoiten bie mit ber @^Ib ®e 
Qtbopltt »erben [wie ond^ mögen ®ebo|)Iete fein, ctfid^e bie 
man für ©infad^e l^altet, atö @i(axh, gluet, glueenb, gnueg, 
gKb, tt)ie ban fc^eint an§ Slnloben, öemuegen, augenßb, ^ol^en 
20 Soe, ba^ ift flamm, hunft, ober fener.] 

SBotgmef^en, an^^glaffen, l^ingflogen, ungfragt, abgrid^t, 
angftridft, burd^gftentpft, eingf|)rü|t, abgfanbte, abg^owt. 

[®ua, 2C ©narbiah, Singuift, biftinguirt. 

& ^at bei fid^ % l, n, r. afö: 
25 muft, Inon, IrandE, Iruft. 

[21] [SWn. SKnemof^ne. 2l=ga*me4nnon. 

[$ßf. $ßferb, ijfleg. So^t)fen. 

m> im^^ ^mn, p^mm, bupmom* 

5ßL Sßr. $ßlunber, ^jla^en: geja^jlet. Sßraffen, t^reffen. 

8. 118), Köflferl, Namenbüohlein 33 6^ fg.; Sammlung solcher worte 
bei Kolroß, Encher. bl. (£ 3^ fg. 3 mitbftimmetc? 

" *S)rofen an bcr d^Ib (bj). Troph^a Drusi.» Maaler. 

2* Das i) beruht wol auf Irrtum. 

27 8o*^fen. 28 bipl^'t^ong. 



17 

[^f. 5ßf5Kenfrout: get)faaiert. 

[5ßt 8b. 5ßtoIcmcu§. SbcHion: ^icctption, abot)tirt 

€Lua, quc, tc, iQucffcn* ®rquidten. 

[©c. ©cribcnt, fcmpctgtptcl^t 

Scboc^ nad^ cigcnfc^aft be^ SBozt^ in feiner fpra^. S)an 5 
öolgenbe dfo abjufefeen feinb: S)if=corban}, ©if-cretion. 

@d^ auc§ mit I, m, n, r, m. atö: 

©c^Iunb, fd^meer, fd^rof, fd^wingen, münfd^en, fd^tüürig. 

[SI. ©tauen, ©lefier. ©onji ©ctaöen, ©d^Iefiger. 

[@m. ©moragb. %l XUpoUmn^. 10 

©p. (Span, fpenbe, fprinj, ]^af|)el, fruf^jel; befprad^t, 
njif<)elen. 

©t. ©tr^ ©tang, ftrong, ftrubel, öerftridft, angeftrcngt, 
biftiüirt, teftirt, biftanj. 

2^. I^ier, t^ürpfoft 15 

%x, Zvop^rom. ©etroftet. 

SSom %i ift oben bei bem K. 

[SSI, für gr. SStüffingen im SRiberlanb. 

®a^er finbt man ölei§, für flei§, Sr, [22] für SBr: 
Sratigfoöia: SStobiStaug, önb auf granjofifd^, f: ©eliöret. 20 

X. Xenofrateg. Sogiert, Delation, SKagentiu^, SHepnber» 



IV. 

Som S önb SS ift oben nad^ bem SSnd^ftaben SB gefeiten 
toozben, ba§ jr SSocalifd^e ort fein fonbereS bebendEen önb auf= 25 
merfen erl^eifd^e^ 

9 Vgl. Frangk, Cantzleib. bl. 163 a. 

18 Die Schreibung vi und namentlich vr wird schon seit Niklas 
V. Wyle (1478; bei Müller s. 15) fast ausnahmslos verworfen. Der 
schrjrfftspiegel (1527) legt sie den westphälischen Schreibern zur last, 
Frangk a.a.O. 162 a rmd Ickels., Gram. s. 25 sehen im vr nieder- 
ländische art. 19 SBratiSlaöio. 20 granjofid^. 



18 

21 t)nb D »erben in etlid^en Sanben grob önb tümperitc^ 
auggef^jrod^en, in anbeten l^eüer ünb anmuetiger: tüie ban 
aud^ ba§ f in öilen SBo:ten gmeingllid^ auggef|)roci^en tüirbt 
tüie fd^, toann ba^ felbige f öoj eim t ober \> gefegt ift: ünb 
5 wie l^ergegen ein gebopieter ©onfonant am enb be^ SBo:tg, 
(atö: tJoK, naß, tja§, to§, ftocf, mann, 2C.) in etüd^en Sanben 
in t)ilen SBo:ten nur atö ein ©infad^er ge|)ronuciert wirbt. 
Da l^ette einer fd^ier örfad^ öon öilcrlei enbemng ber SSocalen 
t)nb ©onfonanten in avi^\pxa(^ önb fd^reibung ber SBoitem, ic. 
10 jureben: aber im Sefenleme ift big önnot juwiffem [23] S)ie 
tegfid^e erfarung gibt jebe gegent ju erfennen. 

@ finbe id^ in breien weifen auggef|)rod^en. Die ®rfte ift: 

SBan e^ nad^ im einen ®on|bnanten l^at, ober bod^ nit ein i, 

n, oV ü, weHic^eg in fein (be^ @) Selben gel^oze, atö ban 

15 wirbt e§ in Mc SBo:ten ftard önb tJoHig ge^jronunciert: afö: 

2)er ^enn emft swenben ünb enben, ©enb önb lenb ba^ 
l^er bie b^enben, SKit frembem funb fie ju blenben. 

2)ie ^nberte wei§: 3n öilen Selben ift bag e fd^wad^, 
ünb gfc^winb au§juft)red^en, in etlid^en ift e3 gar ftumm, 
20 befewegen eg ban auc^ üilmate an foüid^en orten nit gefc^riben 
wirbt, nemfic^ wan e§ ber lefte Süd^ftab im SQäo^t ift, ober 
won e§ an bem enb ein^ wort§ nac§ ime l^at bie @^Ib ren, 
len, Ict, ner, önb in ben ©^Iben ge önb be, mit weUid^en 
bie woater Dornen qthopitt werben. SEcmpIen: 
25 3d^ ^öbe, l^ebe, lege, life, trage, feine, eine, lange, fd^male, 
l^orte^, uer^inberfid^, geringeret, burd^ftod^ene, flnben, 

2)ie Dritte, ift etwas bidter önb langfamcr ban bie ©rfte 
SBeife, önb finbt fic§ in benen SBoatcm, wettid^e öon anbem 
[24] SBo:ten ^erfomen, bie an ftat beS c ein a gehabt. 



* Vgl. Kolroß, Encher. ©. 4^ Frangk, Cantzl. (1538) 163a, 
Meichßner, Handbüchlin, bl.5*, Ickels., Gr. 24; Oelinger, Gram. s. 17 
schiebt diese ausspräche nameatlich den Helvetiis zu. 

12 Über ausspräche des c vgl. Oelinger, Gram., s. 9 fg. 



19 

tüettic^e^ c in cüi^en Sanben mit ircm ae gcrcbt önb gc= 
fd^ribcn, ober tüte ir oe auggcf|)roci^cn tottbi [S)ife§ öom vt 
ünb D fag id^ bcitücgcn, bietpcil ouc$ bie jcmgen tpeüid^c ba§ 
d fd^rciben ünb rcben, önb ba§ 6 in etfid^cn SBoaten t)ronun< 
eieren, in eöid^en fottic^f, ba§ e m^ ber ©rften tt)ei§ au§? 5 
fpre^en: afe ou^ ben SBo^ten l^anb, tontpf, ganng, lang, 
mangel, i^ l^ab, banf, jan ober janb, zc. fommet l^er ^enb, 
tenH)fig, genn^, erlengert, mengel fo id^ l^ettc, ic] 

(STctxtopAn bag d betreffenbe, beren l^emac^ beim d meer 
jufinben. 10 

ffiteglid^, greben, l^emer, menner, engftigen, gemefferet, nel^er, 
fet)ig, §enn§Ie, erflert, ©c^mebin, grenfifd^, gefefe, öngeme^, 
f^tefferig, fc^efeen, jenfifd^. 

SSolgen ejempten ba^ au^gef^jrod^ene oe cmlangenb: 

@d^tt)er|e, freftig, f^meter, erger, fd^med^er, Werter, f erben, 15 
gletten, öeften, übergtDeltigen, negel, btettcr, etter, belber, ge= 
feilt, erregen, jelcn, abgemeffen, treffen, beffer, ebet, fterfien, 
l^efften, beffetbigen, anfc^fegige. 

3n fumma, bie fürge önb lenge b' SSo* [25] calen toirbt 
am belbeften wargenomen in ben ©ipl^tl^ongen, toan einer 20 
meererlei SSoIfem au§ft)rec^en ju önterfd^eiben gelemet ^at: 
ban in ben ©ipl^tl^ongen eigenlid^ ber eine SSocoI lenger ünb 
fterfer ban ber anbere <)ronunciert toirbt. 

Qu ejemplen nime id^ öolgenbe SBozt, weHid^e aud^ bei 
bene mit ie gebrudft werben, bie ba§ e loenig ober gar nit 25 
au§f<3red^e: Srieg, bie, fie, biener, flieget, lie^t, ic. S)a rebe 
id^ nit öon benen, weHid^e an ftat öiler ei önb an nur t) mi 
u fd^rciben, toeil fie nit meer ban fouil augf|)red^en* 

S)a§ u loirbt red^t önb eigenlid^ au§gef|)rod^en bei ben 
SKitteren Xeutfc^en, nemlid^ ate ein mittelbing jtoifd^en bem 30 
u önb bem l 3?u fefee id^ ben anfal^enben lefem ju einer 

^2 öngemag. 

1* Die ausspräche ö war fränkisch nach Aventin, Bair. chron.YUI^. 

2* 



18 

21 ünb D toerben in ctlid^cn Sanben grob önb tünnjerlici^ 
au^Qt\pxoä)m, in anbeten l^effer ünb anmuetiger: toit bon 
aud^ ia^ f in öilen SBozten gmeingflid^ on§geft)rocl^en tüirbt 
wie fd^, tüann ba§ f eibige f öoz eim t ober p gefegt ift: ünb 
5 "wie l^ergegen ein gebo:|3leter ©onfonant am enb be§ SBo:t§, 
(aU: tjott, naß, \)a% xo% ftocf, mann, 2cO in etlid^en Sanben 
in üilen SBoaten nnr afö ein ©infad^er ge|)ronßciert wirbt. 
2)a l^ette einer fd^ier örfad^ öon öilerlei enbemng ber SSocalen 
önb Konfonanten in au§f|)rad^ önb fd^reibung ber SQäoatem, tc. 
10 jureben: aber im Sefenlerne ift biß önnot ^uwiffem [23] Sie 
tegtid^e erfamng gibt jebe gegent ju erfennem 

@ finbe id^ in breien weifen au^gef^jrod^en. S)ic ©rfte ift: 

aSan e§ nad^ im einen Konfbnanten ^at, ober bod^ nit ein i, 

u, ob* ü, weKid^eS in fein (be§ @) @t|I6en ge^o^e, atö ban 

15 wirbt e§ in öile SBozten ftardt önb öoffig ge^^ronnnciert: atö: 

2)er ^enn emft jwenben önb enben, ©enb önb lenb ba= 

l^er bie b^enben, SRit frembem funb fie jn blenbcn. 

2)ie Stnberte weil: ^n öilen Stiften ift bag e fd^wad^, 
önb gfd^winb an^anf^jred^en, in etlid^en ift c3 gar ftnmm, 
20 beßwegen e§ ban auc^ öilmatö an fottid^en orten nit gefd^riben 
wirbt, nemtid^ wan e§ ber lefte Sud^ftab im SBo^t ift, ober 
won e§ an bem enb eins Worts nac§ ime l^at bie (St|Ib ren, 
len, let, ner, önb in ben Selben ge önb be, mit weüid^en 
bie Wolter öoancn QtbopUt werben. (Bjctmpkn: 
25 3c^ ^abe, l^ebe, lege, life, trage, feine, eine, lange, fd^male, 
l^arteS, öerl^inberßd^, geringeret, bnrd^ftod^ene, finbem 

S)ie S)ritte, ift etwaS bidfer önb langfamer ban bie ®rfte 
aSeife^ önb finbt fid^ in benen SBoitem, wettid^e t)on anbem 
[24] SBo:ten l^erfomen, iit an ftat beS e ein a gehabt. 



4 Vgl. Kolroß, Encher. (ä:. 4^ Frangk, Cantzl. (1538) 163 a, 
Meichßner, Handbüchlin, bl. 5% Ickels., Gr. 24; Oelinger, Gram. s. 17 
schiebt diese ausspräche namentlich den Helvetiis zu. 

12 Über ausspräche des e vgl. Oelinger, Gram., s. 9 fg. 



19 

tücttid^eg c in ctli^en Sanbcn mit irem ae gercbt önb gc= 
fd^riben, ober tüte ir oe an^Qt^ptod^tn tüirbt [S)ife§ öom a 
önb D fag id^ bcfetücgcn, btctpeil oud^ bic jiemgen tüeHic^c ba§ 
d f^reiben önb rcben, önb bo§ 6 in ctfid^cn SBoatcn ^jronun- 
deren, in etlichen fottic^e, ba§ e m^ ber ©rften tt)ei§ au§? 5 
f^jre^en: atö anS ben SBozten l^anb, tampf, gannS, lang, 
ntangel, id^ l^ab, banf, jan ober jonb, ic. fommet l^er l^enb, 
tem^jfig, gcnnS, erlengert, menget fo id^ l^ette, zc] 

(STctxtopdn bag d betreffenbe, beren ^tvnad^ beim d meer 
jufinben. 10 

ffileglid^, greben, l^emer, menner, engftigen, gemefferet, nel^er, 
fet)ig, §cnn§Ie, erflert, ©c^webin, grenfif^ gefefe, öngeme§, 
fd^tcfferig, f^efeen, jenfifd^. 

SSotgen t]ctmpUn ba^ an^gef<)rod^ene oe anlangenb: 

©d^toer^e, freftig, fd^meter, erger, fd^med^er. Inerter, ferben, 15 
■gleiten, öeften, übergtt)eltigen, negel, bletter, elter, belber, ge= 
feilt, emjegen, aelen, abgemeffen, treffen, beffer, cbel, fterfien, 
l^efften, beffclbigen, anfd^fegige. 

3n fumma, bie fürje önb Icnge b' So- [25] calen toirbt 
am belbeften toargenomen in ben S)i:|3l^t^ongen, toan einer 20 
meererlei SSoIfem auSf^jred&cn ju önterfd^eiben gelemet \)Qi: 
ban in ben ©ip^tl^ongen eigenlid^ ber eine SSocal lenger ünb 
fterfer ban ber anbere <)ronnnciert toirbt. 

Qu ejem))Ien nime id& öolgenbc SBoat, toettid^e aud^ bei 
bene mit ie gebrudft merben, bie ba^ e menig ober gar nit 25 
au^fpred^e: Srieg, bic, fie, bicncr, flieget, lie^t, zc. S)a rebe 
id^ nit Don benen, meHid^e an ftat öiler ei önb au nur t) önb 
u fd^reiben, »eil fie nit meer ban fouil augf|)red^en* 

S)ag u toirbt red^t önb eigenlid^ au§gef|)rod^cn bei btn 
SKitteren Xeutfd^cn, nemlic^ afö ein mittelbing jmifd^en bem 30 
u ünb bem i. 3ln fe^e id^ itn anfal^enben lefem ju einer 



^2 öngemdg. 

1* Die ausspräche ö war fränkisch nach Aventin, Bair. chron.YIII*. 

2* 



18 

21 t)nb D iDcrben in etlichen Sanben grob önb tütnpcrltd^ 
au^t'ipxoi^tn, in anbeten l^effer ünb anmuetiger: tok ban 
auc§ bag f in öilen SBoaten gmeingHic^ au^gef^jrod^en loirbt 
ttjie fd^, loann ba^ felbigc f öoz eim t ober p gefegt ift: ünb 
5 wie l^ergegen ein gebo^jleter ©onfonant am enb be§ SBo2t§, 
(afö: Doli, no§, Daß, ro§, ftocf, mann, 2C.) in etlichen Sanben 
in üiten SBozten nur atö ein ©infod^er ge|)ron5ciert wirbt. 
S)a l^ette einer fd^ier örfad^ öon öilerlei enberung ber SSucalen 
ünb ©onfonanten in au^f|)rac^ önb fd^reibung ber S336itern, jc. 
10 jureben: aber im Sefenlerne ift biß önnot juwiffen* [23] Sie 
teglid^e erfarung gibt jebe gegent ju erlennen. 

® finbc id^ in breien meifen au§gef|)rod^en. 3)ie @rftc ift: 

SBan e§ nad^ im einen Konfbnanten ^at, ober bod^ nit ein i, 

n, oV U; »ettid^eS in fein (be^ @) ©tjtben gel^oze, afö ban 

15 wirbt e§ in öile SBoaten ftardE önb öoHig ge:|3ronunciert: afö: 

2)er §enn emft swenben t)nb enben, ©enb önb Icnb ba- 

l^er bie b^enben, SKit frembem funb fie ju bicnben. 

J)ie Slnberte tt)ei§: Sn öiten ©t)Iben ift ba§ e fd^toad^, 
önb gfd^winb au^auf^jred^en, in etlichen ift c^ gar ftumm, 
20 befetocgen e§ ban aud^ öilmate an foHid^en orten nit gefd^riben 
wirbt, nemtid^ wan e§ ber lefte Süd^ftab im SBozt ift, ober 
roon e§ an bem enb eins Worts nad^ ime l^at bie @^Ib ren, 
len, Itt, ner, önb in ben ©^Iben ge önb be, mit wettid^en 
bie wozter Dornen gebo|)Iet werben. Sgetttplen: 
25 S^ ^öbe, l^ebe, lege, Kfe, trage, feine, eine, lange, fd^male, 
l^arteS, öerl^inberlid^, geringeret, burc^ftod^ene, finben* 

J)ic S)ritte, ift etwas bidfer önb langfamer ban bie ®rftc 
SBeife, önb finbt fid^ in benen SBoatem, weHid^e t)on anbem 
[24] SBo:ten ^erfomen, bie an ftat beS e ein a gel^abt, 



4 Vgl. Kolroß, Encher. (ä:. 4^ Frangk, Cantzl. (1538) 163 a, 
Meichßner, Handbüchlin, bl.5^, Ickels., Gr. 24; Oelinger, Gram. s. 17 
schiebt diese ausspräche namentlich den Helvetüs zu. 

12 Über ausspräche des e vgl. Oelinger, Gram., s. 9 fg. 



19 

tüettid^eg c in etlid^cn Sanben mit irem ae gerebt t)nb gc= 
fd^ribcn, ober wie ir oe au§gef|)roc§en wirbt [S)ife§ öom v\ 
önb 6 fag id^ befetoegen, bicweil aud^ bic ienigen ttjeüid^c ba§ 
d fd^reiben ünb rcben, önb bag 6 in eöid^en SBo^ten t)ronun^ 
deren, in etlid^en follid^f, ba§ e nac^ ber ©rften tt)ei§ au§? 5 
f^jred^en: afe ou§ ben SBozten l^anb, tampf, gannS, lang, 
ntangel, i^ l^ab, banf, jan ober janb, zc. fommet l^er l^enb, 
temt)fig, genn^, erlengert, mengel fo ic§ ^ctte, :cj 

Q^tmpdn ba§ a betreffenbe, bercn l^emad^ beim d meer 
juflnbcn. 10 

ffilegtid^, greben, l^emer, menner, engftigen, gewefferet, nel^er, 
fet)ig, §enn§te, crHert, ©d^webin, Srcnfif4 gefeg, t)ngeme§, 
f^tefferig, fc^efeen, jenfif^. 

SSoIgen ticempkn ba^ auSgef^jrod^ene oe anlangenb: 

©d^toer^e, freftig, fd^meter, erger, f^med^er, Inerter, ferben, 15 
■gletten, üeften, übergtoeltigen, negel, bletter, etter, belber, ge= 
feilt, erregen, jelen, abgemeffen, freffen, beffer, ebel, fterlen, 
l^efften, beffelbigen, anfc^fegige. 

3n fumma, bie fürje Dnb lenge b' So* [25] caten mirbt 
am belbeften wargenomen in ben S)i))l^t]^ongen, toan einer 20 
meerertei SSoIfem au§f|)red&en ^ önterfd^eiben gelemet ^at: 
ban in ben ©ip^tl^ongen eigenlid^ ber eine SSocal lenger ünb 
fterfer ban ber anbere |)ronunciert Wirbt- 

Qn ejemplen nime id^ öolgenbe SBoat, rotüi^t aud^ bei 
bene mit ie gebrudft werben, bie ba§ e wenig ober gar nit 25 
au§f<3red^e: Srieg, bie, fie, biener, f^jiegel, lied^t, :c. S)a rebe 
id^ nit öon benen, weKid^e an ftat üiler ei önb au nur t) önb 
u fd&reiben, weil fie nit meer ban fouil augf|)red^en. 

S)a§ ü wirbt red^t önb eigenlid^ au§gef|)rod^cn bei ben 
SKitteren Xeutfd^en, nemßd^ otö ein mittelbing jwifd^en bem 30 
u önb bem i. 3lu fe^e id^ ben anfal^enben lefem ju einer 

^2 öngemag. 

1* Die ausspräche ö war fränkisch nach Aventin, Bair. chron.YUI*. 



20 

uebung etliche SBoitcr bal^crcin, in bcncn ba^ u geBaoud^et 
wirbt SBan fein in bcn Srutfcreien jutoenig tyoz^anbtn, 
braud^et man borfur ein foIIi(§cg jcid^en ü* 

gür, gfirft, ffirbcrcn, grünbcn, bürg, grüfc^, lül^ wiünä, 
5 bül^el, ptte, Pgel, tädRf4 Sürtf, bürften, tüürfllcin, tüürm, 
gürtel, flfife, ft)üren, füllen, gefügel, ftüdlein, fündlein, flünb' 
lein, brügHein, nü^Iein, trül^elin, brünnelein, üp^jig, jügig, 
[26] jümen, fc^ürjen, günftig, brüd^ig, glüi, 3ünft, Srüffel, 
Süttiij^, ©ünj, gebür, flüchtig, gebürg, büne, brügge, getümmel, 

10 bürtig, büttel. 

©0 lafft t)n§ aud^ öom ?) etlid^e ejentpel barftetten ömb 
gleid^ geftaöteter örfac^ toiöen. SBirbt nnr tt)ie ein i aug- 
gef<)roc|en. [Sifer ©l^aracter ^ jnbaaud^en önnotig ift in 
S33o2ten bie nid^t an« ©ried^fd^er \pxa(^ l^crgeffofjen, tt)ie ban 

15 auc^ eüid^e ein f) einbringen tt)6llen, tt>an fie öolgenbe SBoat 
mit t)l§, x% t)n qn fd^reiben: ^Pfenning, ^jfunb, tot, rat, ruem, 
SBeflfalen, SIbnIf, ®ert)If, ®angblf, ®goIf, aKarfmart, zc. 
Sintemal bife eben fo toenig ®ried^ifd^e§ ober Satemifc^e^ 
örf^jmng^ feinb, ofö bife: 9SIf, äRard^meier, ^ormart, $ilb= 

20 ttjart, ©abwart, Seutwart, SRenwart, aiucwart, 2C. ©oKid^e 
fd^reiber foöen feigen ob in ie|t bolgenben SSSoatern nid^t§ 
jnöil ober 5U wenig t)on jl^nen gefegt fei: ^pzi% mefe, l^euffer, 
angemaft, gebrent, genant, genanbt, öerguft, angeftelt, wol- 
gefalt, jugefelt, abgewent, befant, öer^ert, gebori, gewonbt, 

25 fd^imt)ff, glimpff, Xeuffel, »oj^off, ftiu^jffen, gejim^jt, ac. önb 
Won in ber angf<)rad^ nit ein fonberlic^e [27] leerte ober 
bnniell^eit ber 3ieb geft)uret wirbt, ba^ fie nad^ bem bj SBoat 
be^, ®ine§, weßid^ei?, 20* öoaan gefegt ift, mit irem ^ pxanqtn, 
ba fie fe|en: Sangeng, btinbcng, $eraen§, HRenfd^eng, ac. fam 

30 rebten wir alfo: 3)ifcr ift ein langen menfd^en, ein fd^one 



2 Nach Kolroß, Encher. bl. 91 5* (und Fuchßperger, Leeßkonst 
a.a.O. s. 174) dient das häkchen in u nur zur Unterscheidung vom it. 
»5 Für r^ tritt ein Laur. Alb., Gram., C 2*. 



21 

$encn. ©in anbete geflaut f)ai e§ mit btfen: ba^ bertrattjen, 
ba^ U\tn, ba^ arbeiten, k. 2)a§ aber bie Seutfd^en SBoiter 
öilmafö, ber gmeinen an^^pxaä) l^alben eineg ©onfonanten 
bo^j^jelung in einer ©^16 erfo^bem, tt)erben nad^ tt)enig klettern 
etli(§e ejentpel erttjeifen. 3(§ lere ttjiberumb ju bew ?), 5 
toeHid^eg jtt)ar nad^ öiler (Meierten fag, öoa jeiten tt)ie bei ben 
SKitter Seutfd^en ba§ u, ge^jronunciert tüoiben: bal^er ban öit 
in öolgenben Sateinifd^ gemad^ten SBo^ten an ftat be§ n ein ^ 
fe|en: I^ringu^, X^binga, ©^naebnrgum, ic] 

®t)p^, cr^ftaü, popt)x, c^^jreß, ^9ffo<), m^rjen, märten, 10 
Sab^rint:^; t^rann, marteret, (it)pnan, ^\ppol\)tn§, 3)ion^fiug, 
Kl^r^foftomng, K^riacn^, ©ib^Öa, §ieron^ntu§, Serien, 5ß^^ 
t^agoaag. 



V. 

[28] SBan jttjen SJocaten (aud^ brei ober bier bei etßd^en) in 1 5 
einer ®t)lb oabenlid^ beifam gefteßet feinb, nenet man foKid^e 
3tt)i]^aKige gefe| einen 3)ot)eIfttmmer, ob' anf ©ried^ifd^ einn 
Sip^tl^ong. 3)ie redete S^^föJttpellung ift in btm, ba§ man 
bie jenigen jnfamen fe|e, beren jeber mne^ öoüig bnb bnge^ 
bjod^en au§gef<)2od^en tt)erbem (San in ben S)i|)]^tl|ongen l^oat 20 
man einen öermifd^ete ton ober f^aU ang }tt)eien SJocaten.) 

©ottid^e ganfe önb öolfomcnlid^ an§ geft)2od^ene finb ®rftlid^ 
in benen lentfd^en SBojtem, mellid^e mit ben (SJornnfe^Iid^en) 
S^Ibe 8e, ge, jne gcbo^jlet ttjerben: d^: 

©e^ef^fen, ge*en==get, ge==en*bet, ge*engftiget, geenbcrt, geebnet, 25 
geel^ret, geergeret, geerbet, geernbet, geembbet, geegget, geedfet, 

4 Wo? 

6 Vgl. z. bspl. Jordan, Leyenschul (bei Müller s. 114), Köflferl, 
Namenbüchlein A 7^. 

24 Vgl. Oelinger, Gram., s. IQ; Laurentius Alb., Granj., bl. B 1*. 



22 

gecrfcrt, gecfd^ert, gceferet, gcejet, gec^et, ©einet, getmpfet^ 
©eeiferct, ©eierijet, geeilet, beurteilet, geurfad^et, geuriauBet 
©eüebet, ©eeüfferet, Si^eeigtien. 

3um SttJcieten, feinb foKid^e SJocoIen aud^ in beneti 
5 SBoaten fo fid^ enben auf [29] er, e§, e, cn, et, eft, ifc^, 
ung, toan fie juned^ft öoj bifer @^Ib eine ober meer SSocalen 
l^QÖen: atö: 

tjreiung, frei^eg, co^jeien, cangleüfd^, gereuet, euere, neue,, 
gebeüe, getreue. 
10 ^Mwt leften in jenen 2ltt§Ienbifd^en bie an f eibige o:t nit 
einen ierigen ober leötfd^en S)tpl|t]§ong l^aben* 

SKid^aelig, ©ozotl^ei, limotl^eum, ©taniglao, ©affien,. 
©attien, ©aöiteifd^, ©aleen, 3faia§, 2ld^aia, Samuel, Eain^ 
Eananeer, K^albaifd^, "^^iaü. 
15 3)ot)etftimmer feinb ad^tjel^en: teifö gleid^er, teite öngleid^er 
SSocalen. 

2lu§ Socalen gleid^er gftaßt önb namens feinb bife: 

2la, ®e, Do, 

©j^entpeln: 2lal, l^aar, faal, gaab, l^aab, laaft, tobtenbaar. 
20 @er, feer, feel, feel, meeren. HRow, tooal^eit 

SSngleid^er SSocalen feinb bife S)it)l|t]§ongen: önb toerben 

gIeid^tt)oI nit alle in allen Sanben gebjaud^et, etlid^ aud6 mit 

breien ober öieren SSocalen öerjeid^enet, ttjie l^emad^ äufagen. 

2le, ai, an: ®i, eu, eü: Sc: De, oi, ou: ue, ni, uo: 

25 üe, üi. 

21® ober d ttjirbt in etlid^en Sanben [30] auf feine befonbere 
ttjcig au§geft)rod^en mit einfad^en geton: in anbem Sanben 
aber tok ein (langgejogene^) e, fo tool im 3)rudf aU in ber 
2lugft)rad^. 
30 ©d^todr, fd^dr, Idr, mdr, Id§, rdjs, 8^4 Q^^r ^dl, fdt, 
bdrb, l^drb, trdg, ftdt, l^dring, l^dd^S, gdm§, dntöogel, fdlig, 
Irde, frdbel, Ädrnten, aKdrl^ern, Idgel: @r ndme, gäbe, Idge, 



canjlcüfc^. >2 ß;affien] wol = cässia fistula L. 



23 

fd:^e, !dmc, tl^dtc, bdtc, todre, haä)it, iia^t, ftdd^c, @3 gcfd^d^c: 
SBdnncr^ idger, bdttcr, idriic^, öeridrt, Idmmcr, öcndter, ndd^t, 
tdglid^, nd^ener, dfcrcn, Idntpel, Sdrt, gdng, tdler, tdttcr, fldb, 
bd4 mdrit, fd^d^: Slnöcndm, mdd^tig, dfd^crig, f puffern, 
fd^tüd^cn, rdbelfürer, tdbinggman, (S3mnbc6urg) äRdrIer, cr= 5 
Hdren, mdffigen, jdmen, fdmcr, fragen, l^inldffig, gcfldrig, tt)itt= 
fdrig, gel^dffig, gebdrb, ge^dd, gcl^dr, gemdl, gebd(§tnu§, ge== 
fd^tdd^t, geft)2d(^tg, tüibemdrtig, öcrmdl^clet, gcfd^md^et 
bcfldttct; betdfert, Slcbtiffin, l^dnbet, l^dbering mucg, wHbbjdt, 
önfdgßc^, übcltl^dtcr, übcrgetodd^^, tt)d(§ftn, rdtcrfd^cn, f)axU 10 
tidcftg: .©den, ndcn, mdcn,^ frdcn, tüdcn, biden, ftrden, t)mb= 
trdcn, cütrafdcn: ßdd^Icn, gdrtlen, anfdbme, l^dglKd^: SKdfelein, 
gdjslein, fdßlein, frdnjiein, ndgelein, fdniein, gdttglcin, ^dnfel, 
Idnbclcin, tüdgclcin, ap^tUin, j^dnlein, dn^L 

2)ife önb anbcrc jl^ncn glcid^er formierung fcinb JBaicr^^ 15 
Idnbif(§: fünft aber finb ii) auc^: ffirdb^, dfd, bdd^cr, rdbcn, 
[31] Sdrcnfo^jf, ödibcr, Idben, f<)rdd^cn, begdm, trdttcn, brd= 
d^cn, ftdd^cn, l^dmbb, dnlel, todgcr, fdffcl, fd^Iddfcn, Slc^jfcl, 
fottft De<)fel ober (Sp^tt, ic. 

0® ober 6 öcrgteid^t fic^ bcm Sie in bifem, ba^ e$ eigen« 20 
lid^ an(^ nit S^Ji^^tttg ift^ fonber bei ctüd^en mit feinem 
befonberen f)aU, önb bei anbem in bilen SSSorten toie ein e. 
[Stlid^e wenige SBort bie man mit bifem S)ip]^t^ongen brudft, 
finbt man aud^ mit u, afö Äunig, ic. gerebt önb gebrudft.] 

Del, öerborben, tohUtn, tnbpl Ibpl locker, fc^rodfen, öogel, 25 
gebortet, lofd^en, ^ojolb^ftab. 86§, fd^on, ob, Sfronlein, 5ß6fel, 



1* dn^I] wol dn^g: '5lenig ober ©ntg. Anicetum, Aniaum*. Maaler. 

16 ä für e erwähnt Aventin, Bair. chron. Yüia, als schlesisch. 

23 Vgl. Oelinger s. 17, Laur. Alb. bl. B 5*, Sattler, Orthogr. s. 31. 

25 Wie sehr das ö über das gebiet hinausgriff, das ihm etymo- 
logisch zukam, bezeugt außer Helber (vgl. auch s. 19j4) auch Fuchß- 
perger (bei Müller s. 175), Laur. Alb. bl. B 5* und die wamung bei 
Kolroß, Encher. bl. 51 4''. 



24 

®6lcn, gct6§, gel^o^, berl^onen, troftlid^, rotelftcin, l^onig, mor* 
bcr, ablofcn, loten, orter, jerftojen, embomng, frolic^, erl^ol^et, 
Sol^eim, gcttjonen, enttüonen, SSSonen (ba§ ift achten ober 
meinen) argttjonig. Srofenen, SRoanberg, äRond^, öermogltd^, 
5 j)foztner, fonft ^jojtner, fonnen, 

[Sejt fomcn ttjir ju ben 6. S)i|)]^t]^ongen bie am ^au^jt- 
titnl bifeg Sued^Ieing gemelbt. Viererlei Seutfd^e @<}rac^en 
wetjs ii), in benen man Sue(§er brudt, bie ©olnifd^e- ober 
©ulid^ifd^e, bie ©dd^fifd^e, bie gümmifd^ ob' 93rabantifd^e, 

10 [32] önb bie Ober ober §od^ Seutfd^e, SSnfere ©emeine 
$ocl^ Seutfd^e n)irbt auf brei tt)eifen gebrudt: eine mod^ten 
tt)ir nennen bie SRitter Seutfd^e, bie onbere bie Sonawifd^e, 
bie bitte ^oc^ft 3ieinifd^e: (ban ia^ SBoit Dbertonb nic^t 
meer breuc^ig ift.) Sie Srudfer fo ber äRittern leötfd^en 

15 au^f^}rad& atö öil bie 2)i:pl|t]^ongen ai, ei, an, ac. belangt, 
l^alte, öerftee id) bie t)ü äKeinj, @^)eier, grandEfurt, SBnrjburg, 
§eibelberg, Stojnberg, ©trapurg, Seipfig, ©rbfurt, önb 
anbcre, benen aud^ bie öon ©olen böigen, n)an fie ba^ Ober 
Seutfd^ verfertigen. Sonatoifd^e öerftee id^ alle in ben Sllt 

20 Saierifd^en önb ©d^ttjebifd^en Sanbe, ben Stein bnberurt. 
(Sllt Saierifd^e feinb bie, fo öojjeiten aö önber eim Surften 
toaren, nemlid^ iejigeS ^o^jogtl^nmb Seieren, Oft ober Defter- 
jeid^ nib önb ob ber @m§, Svunten, ©teier, lirol, feain, 
©al^burgerlanb, famt ber Slmbergifd^e ober £)itxn 5ßfatfe mit 

25 iren onftoffen, ic.) $od&ft SReinifd^e lefttid^, bie fo bor ie}i=^ 
gen jaren gel^alten l^aben im Sruden bie (Spxa^ ber @ib= 
genoffen ober (Bä)totU [33] |er, ber aSaÜifer, önb etßd^er bei* 
gefeffcner im ©tifft ©oftani K^ur, m Safel.] 

213 bnb ©3 fa^e ic^ an ju befd^reiben, ttjettid^e 2)i* 

30 pf)if)onQtn aud^ alfo a\) et) in etlid^en ©^Iben gebrudft njerben 
gefunben. 

2)er Sipl^tl^ong 213 ober di ift gemein in benen Sanben, 
bie id^ l^iebor "^ah S)onatt)ifd^e genennt. Sinn ©rfttid^: SBan 
bie 3)onatt)ifd^en nad^ ircr ßanben an^^pxaci) bie ned^ftbolgenbe 



25 

'aSoat mit ei fd^rciben, \o tüoücn fie ettpag anber^ bartniton« 
jeigen, atö ttjan fie biefelben alfo mit ai fd^reiben bnb bruden. 

ßaim, laib, raiff, glaid^, fail, mail, faiten, ftaig, laiften, 
toaidftn, raifcn, tpaife, baiffen, eriaiben, gefc^ttjaigen, maineti, 
lüainen, am 3iain, fd^Iaiffen, ftraid^, f(§maiffen. 5 

2. 2)ie SBojter fo öon äRitter Seutfd^en Sud^fefeern (t)on 
benen and) l^ieöoa gemetbet) mit @3 gebrudft tücrben, feinb 
jtpeierlei. 3n fd^reibung etlid^er ba^er gel^orenber SBoatem 
fomen nur bie Sonawifd^en mit bcn äRitter Xeütfd^en ober 
ein§: in anbern aber l^alten eg nur bie $6d^ft Sieinifd^en (bie 10 
au^ ercldrt) mit ben äRitter Xeutf c^en. 2)an[34] ein teil 8336:== 
tem bie öon äRitter Senbern mit ei gebrudft feinb, ift biSl&er 
bei Sonamifd^en aHä^it mit ai gebrudfet tt)orbe (eg fei bann 
ber frembbc @e|er aug ber gmeinen tt)eig getretten:) ein teil 
nur mit ei, önb nie mit ai. SBa§ aber bie äKitter Xeutfd^en 15 
önb 2)onatt)ifd^e miteinanber mit ei bruden, ba^ reben önb 
l^aben gebrult mit bifem einjigen jeid^en \) bie $6d^ft 9Jeinifd^e. 

S3i§ anl^er l^ab id^ jufam genomen bie ai önb ei. SSoIgen 
©jem^Ien üom 213, bie ic^ ia mit ©3 furfteHe. SBer bie 
SBurael eine§ SBo^t^ tüeifft, fan fid^ Mh auf anbere Saäojt 20 
rid^ten, bie t)on berfelben j^erzfiren, önb aud^ l^ertüiber. ®ttid^e 
n)enig SSäojt bie alfo [ ] eingefd^Ioffen feinb, tt)erben bei 
ben Seierifd^en mit ei gefunben. 

Strbeit, amei§. Seib, SJeierlanb, fd^inbein, mit effig beiden, 
öogetbeiffen, bleid^, bjeit. ©id^el, ei(^]^om, eibbmd^ig, eierclar, 25 
eigen, eimer, 3n gtüiffer gaal ©iner, eine eine§, ein, aÜein, 
nit öfter ban einmal, önter einften, einid^er, einfam, einig, 
vereinbaren, einlif ober etif, einfibler: [3n gmein,. önb nit 
auf ein gtoiffe fad^, fonber nur in ben l^auffen ju reben: @in, 
einer, eine, ein§, etma [35] einmal, öntereinanber,] eiterige, eiffen. 30 
geift, (feilfen ober) feilfd^cn, [fteifc^.] ©eil, geifer ober feifer, 
geig, geifelen, (ober geifelen,) [®eift, nac^tgeifl] fingergleic^, 

7 @^, 20 Derselbe gedanke bei Sattler, Ortho.gr. s. 15. 



26 

gmetn. ^cibentumb, ^eibe, ^eibelbccr, l^eil, m^eühaxtv fd^aben, 
[^e;Iig] onl^eim^, ©nftgl^eim, önb aKeg ttjag fid^ enbet auf l^eim, 
^eit, ober feit, afö SSei^l^eit, eerbarfeit: gel^eimnug, l^eifer, 
^etffeg tDctter, ein]^ei|en, gel^ctg, berl^eiffen, l^eifd^en (fonft 

5 l^cufd^en bei etlid^en) l^eiter. Seiner, Steifer, belleibet, on- 
gefteibet, flein, Heinob, ömbfeeig. SeierH)erfon, tüetterieid^, 
tnengerlei, tDaferlei, bererlei, ac. leib tragen, erleibigen (ober 
erleibcn,) l^afnerSleim, ableinen, farzenleiS, tagleiftung, fd^uefler^* 
leift, anteittung, leittl^unb, leittern* äReienmonab, fflleienbüfcl^e= 

10 lein, SKeilanb, bemeiligen, (meibicin) meiojan, meinung, mein= 
eibig, meicrl^of, SReinj, meifenüob, attermeift, nteifterftudf, grab- 
meiffel ober meifeL Steigen, öemeinen. ^apigei, |)aftinei, 
<)oIei. Sleientanj, l^anbreid^ung, reiff an ödfferen, ftegreiff, 
reiger, berg^rein, reinigen, über tanb reifen, juebereiten, ab* 

15 reitten, reiben, ©eiler, (feipfen ober) feiff, feitenf<}it, t)nter= 
fd^eibe, fd^eibloaffer, mefferfd^eib, l^obelfd^eitte, l^au^itfc^eitel, 
befd^eibenl^eit, fd^Ieier, fd^teiereüle, fd^meid^elen, fc^neitten (ge= 
fd^rei, gefd^meigen) l^infd^Ici^jfen ober fc^Ieiffen, fpeid^el, ftei= 
geren, fd^weig, fd^loeiffen, ftreiffen, fteinbrud^, ftreid^maafen, 

20 ftreint» Seig, teil, erteilen. SBeibelamt, erttjeid^en, bie toeid^e, 
fd^afgttjeib, ttjeibfraut, inge[36]ttjeib,ttjeigeren, tt)einenb,tt)ei§ling, 
er toeifft lool, toeifeen. feigen, jeid^en, en^ttjei, jtoeinjig. 

SSoIgen bie ttjeniger attent^albe befannte S33o3t bie aud^ ju 
bifen jured^nen fein: ©taig, fd^maig, ^ain, ein 2liben, frai§, 

25 fi^rainerlanb, 3iainfatoein, |jf aib ober p^ait, fd^Iangenlaid^ (faic^* 
fad^el.) Stern: ®neift, jeinen (ein loab) bette, (ferbl^olj ober 
l^erabttjifd^ling) fd^Ici^en, feiget, feiger SBein, rabf<)eid^en, gei^e 
am t)flueg, agieien, (er fdt, id^ '^M mxtoa^ gidit) berfd^Ieifen, 



1* regier. 20 SBeiDeSamt. 'SBeibelomt (bog) Apparitio' Maaler. 

21 'SSeifeling (ber) Sßatterlog t>nh ntäterloß. PupiUus, Pupüla, Orbus'. 
Maaler. 26 «feinen ober forb. Fiscus, Fiscina, Sporra, Calathus, 

Canistrum, Corbis, Cista'. Maaler. 28 'SSerfd^Ieidfen önnb ab tüög 

tl^un. Remouere de medio*. Maaler. 



27 

gaud^l^cil, farteigcl, fietn^oljlin, nctfipon einer, überleibfd^eten 
be§ effenS, ©l|eibenf(§tnber. Sei ©od^ft ateinifd^e finb ic^ 
ndicn, lodien, contrafdien, traten, bnb bie oben berengleid^e 
beim d. 

SSDSt jenem @S »oHen tt)tr nun feigen, t)on bem id^ ge^ 5 
fogt, bo^ nur 3 bei etlichen ou§gej'<)rod^en ttjerbe. 

Strjnei, anatomei, old^imei, d^02ogra<)]^ei; fantafei, (bnb ttjos 
frembeö ein long i in eigner f^jrod^ f)at) Sei, beifi^er, beiel, 
beien (fonft binen ober immen) abbeiffen, beid^ten, benebeien, 
blei, bleiben, brei, Sreifod^, Sraungtt)eig, Sarbarei. ©onjiei, 10 
Gflerifei, abco<}eien, jc, Seid^fel, bein, brei^unbert. ®i lieber, 
eiben]^o%eifer(ober [37] eiffer)eilenb§, ein^in, bQrein,einnemer,:c. 
fd^roteifen, ti^apl eijsbogel, eitel. Sein, feienbfc^afft, feieren, 
feigen, feigtt)or|, feif^olter (ober p^,) abfeilen, t)flid^tfrei, ia 
freüid^, freien, flei^ ®eier, geiger, geimij, gefd^eibigl^eit, geizig, 15 
öergteid^en, gleic^fner, giciffen, greiffen Üottj, angreiffen, greinen, 
geinen, (önbginen.) Äeibig, leidig, Keien, .frei, (ift ber ^ad)^ 
tem SBoitjeid^en) freibe, Sotein, leibig, leibgebing, leid^, leidet, 
leic^tferigl^eit, leiben, leil^en, leinS rebe, angeteimet, öogelleim, 
leinttjot, liberei, tl^ürleiften. äKeid^fner, malacei, öermeiben, 20 
meitoegi^, meinige, melobei. SReib. 5ßaöei, gegen|)artet, ptu 
nigen, |)fcil, p\dkx, <)feiffer, <)oIijci, t)ro<)l|ejei, pa^iti, <)feifen, 
pzü^ önb lob, <}rei^geben, pxei§i)oli, pxti^mm, i^arabeiSfoaner. 
ateiben, l^imelreid^, reid^tum, reiffe früd^ten, reiff t)on leimet, 
reimenbid^ter, »ebergereife, reiffen, öom l^inabreifen l^eifft e§ 25 
reifbl^r, rcigfu<}^)en, rofebereiter. ©d^eibled^t, gtaffd^eib, rid^t== 
fc^eit, fd^eiter, blinbfd^Ieie, fc^leiffmüle, fd^teim, fd^reien, fojm^ 
fd^neiber, fd^neien, fd^reiben, fd^reiten, fd^ein, fd^Ieid^en, fd^meiffen 
(fd^Ial^en) öerfd&Ieiffen, gefd^ttjei, ift beg SKafig fd^tt)6fter, 

1 '©arteigel (ber) ligustrum'. Maaler. — *SJberIct^)fci^eten (hk) 2)ag 
überig ift. Superamentmn. Beliquiae, reliquiarum'. Maaler. is ^etcr. 

25 'SBdbcrgreig, borburd^ ber jettel gejogen toirt. Licia, Licium'. Maaler. 

25 j^eiftt. 26 reiföl^r: 'clepsammidion ; Voc. v. 1618' Schmeller 

2, 143. 27 wol Minbfd^Ieid^e? 



28 

fd^tDcigen, morfd^ttJein, fd^lpeinfud^t (ober nur i) fd^lücincn, 
minbcrung leiben, fd^ttjeinere, feitenttjee, beiberfeitg, feitemal 
(ober fittemd) jugegen fein, e§ feie dfo, (gefein) fetnetl^alben; 
feibenttjurm, burd^feigen ob' feigen, f^jei^er, fteiff, fteigen, 
5 ftreid^l^ol^, ftreid^Ien, ftreitfolb, f|)eiert)ogeI, f^)eter<)im, fpei^, 
glodf^eig, QU§ft)eien, [38] fd^dmeien, ft)ecerei. treiben, öifd^teid^, 
Surf ei. Seiolbaaun, bogtei. SBeie ein öogel, toeier, entmeid^en, 
SBcil^enad^ten, abtoeid^en, ®ett)etb, toeibling, »eibenboum, big= 
toetten, biemeit, ein tt)eitertetn, befonbere m% bertoeifen, 
10 toeic^fel, SBeüenb (ober SBeilanb) furfid^tig bnb toeig^ ge^ 
weiffigete toani, toeigfagerei, tt)einfd^enl, erttjeiteren, SBalad^ei. 
3et^en, jeil, jeileten, maljett, ätoeifelung, jttjetgen (ober jttjeien) 
jeifelein, jergeifen. 

Stent: ®eifet für ein |)fanb§<)erfon ober leiftbürgen, lange 
15 fd^eien, gteigguegle, geierlin, glci^bluemen, t)eit)uglraut, ftreimen, 
folbeienbletter, (für betriegen bnb fonft, befd^eiffen.) 

Sunt W&, önb .©», bnb ©a fome id^ jeat 21 önb (£ 
finbt man beim u, nit allein in red^t Xeutfd^en SBoaten, fonber 
aud^ in benen, bie au3 einer anbere \pxai) eingefueret »orben. 
20 3)er 2lu§Ienbifd&en f)at e§ öiererlei gattungen. 

S)ie Srfte 2lu3lenbifd^e ift in benen S33ojten, in wettid^en 

genante jttjen Socalen nit einen jttjifa^en f)aU geben, fonber 

bag u ein Gfonfonant ift: atö bife öotgenbe, bnter tt)ettid^en 

bie jttjei letften au§ leiitfd^en feinb Sateinifd^ tt)orben, önb 

25 [39] öozmalg loar nad^ bem erften e, ein b barimu 

8l*ui4ug, 2l=uentinu§, ©uariftu^, ©^uer^ar^'buS, (£^öer*gi= 
fe-Iug, SRoIbauia. 

5 ftreid^l^olgt. 'Sorbus, — (Bp'öxht)xn\ Frisius. 6 tjifd^tcüd^. 

s toeibling : milchschüssel (vgl. Schmeller 2, 1053), verschieden 
von mhd. weidelinc, kahn? Vgl. die einleitung, amn. 15! 

*2 'gerieten (bie) Sattel, (Sin orbnung an einanbcren. Series' Maaler. 
15 '©le^gblumcn (bie) ©anenfug. Polyanthenium' Maaler. 
15 :pei^U§fraut : beifufs, artemisia vulgaris L. (vgl. Schmeller 1, 399). 
23 u] n. 24 Helber meint die 2 vorletzten beispiele. 



29 

Sie Slnberte gattung ber fretnbert ift beren, in ttjellid^en 
ha^ u ein öoKomcner SSocal bleibt, önb fein bo^jelftim gibt. 

3li=co4a==ug, Si^mo*t^e=ug, ^rimi^Iaug, ©orotl^e-u^. 

Sic 2)ritt ift, ba etlid^e mal, im ©ried^if d^en J)i|)^t^ongen 
eu önb QU, bag u atö ein Eonfonant ou^geftjrod^e tüirbt, nact) 5 
ber gmeinen ttjei§ ber Sotcinifd^en ©d^ueten. 

Su^an-geli: %vi4o-Qxa'p^on. 

2)ie SSierte önb letjie frembe ift, beren bie auggef:prod^en 
ttjerben tuntperlid^, afö tt)ie fonft au bnb eu, in (Semeiner (fon= 
berüd^ äKitter 3ieinifd^er) Xeutfd^er ®pva^. 10 

5paulu§, Slugfttaal, Slutoaitet, SSaccalauri, :paufieren, ©ufebi, 
©ugeni, (Sleutl^eri. 

aber in 3«nlenbifd^en önb eigentid^ Xeutfd^en SBojten 
l^aben tt)ir breiertei SISS, önb fo öilertei ®SS: beibeg önter* 
fc^ibtid^en 3)rufereien önb Slugfpmc^en nad^ 5U red^nem 15 

[40] SB2l@ in ©emeinem Seutfd^en gebrult mxbi mit 91» 
(ober 21SB,) beffen finbt man einen teil mit ou tyn onto: einen 
Meinen teil mit auober anto: ben uberigen nur mit u gebrufet 
in be Sud^ere §6d^ftgelegner Sieinifd^er SSoIfem: (afö S3o5, 
%axow, oug, befd^ouwen, grauU), lato, f)n^, mu§, frut, für.) 20 

Sa§ ®^ feie brifad^ ^ah xä) barumb gefagt, ha^ id^ önber 
feiner gftattt önb namen oud^ ba§ @u begreiffen önb ercleren 
miö: feitemal (mie im Slnberten leil bife^ 5SerfIein^ gemelbet) 
öilmatö an ftat be§ eü, bie @e|er eu bnb m barbieten. ©|)rid^ 
berl^alben öon bem brifac^en eu alfo: SBettid^e SBojt mit eü 25 
gebrudfet reiben iti benen ©efecrn, wellid^e mit fteife bie 
önterfd^ib be§ eü önb eu l^aüen, biefelben. SBoat tt)erben nur 
mit ü ob' ütt) gefunben in ben Suec^eren $6d&ft SReinifd^er 
@:prac5: (aö: §üglin, frütlin, üttj'ere trüttje frünb.) 2lber 
ttjeöic^e SBoat bei jejgebad^te @e|em mit aufmerffaml^eit ju 30 
ber anbem önterfd^cibung mit eu gefefeet »erbe, bie finbet 
man auf jttjeierlei gftattte in $6d^ft SReinifd^e Sudlern: [41] 
nemlid^ mit 6u önb cum (ote: Soumlin, froub, frouttJlin:) 

11 '2(ucjft im 5lugftt^al. Augusta Praetoria'. Maaler. 



30 

önb bic überigen tüenige mit du, ato, dutt), (oI«: grdulpe, 
fldttJen, frducl) 

SSoIgen jene SBo^ter bte öon (Semeinen Icütfcl^en mit Wß 
gebrudfet, t)on l^ieboan genäßten mit DSS, önb eing Keinen teifö 

5 mit 81SS gebjaud^et ttjerben* 

©in 2ltt), SinbattJ, Sittatt), ffrafalp, aud^, aug. Saum, 
blatt), baufc, augbaattjen. eiauS. 3)onan). gratt)* ®Iaub, 
glauben, gau4 gaud^febem, gauf, gaugller, gnattj, gratt). ^att)e, 
^au^t Äauffen, greiffenHatt). Saub öon Seumen, tauben an 

10 l^eüfern, geöriaubt, lattjei^ trän!, lauffen, laug, taugnen, laud^, 
fd^nittlau4 5ßfatt)enf ebern. . SRauffcn, ram (fonft rod^) raud^Iod^, 
mei^eraud^, berauben. @aumro§, foum (ein beleg ob' cnbbo^t 
an Heibem,) fd^alp^)la|, ftaub, ftaud^, ftauf, ftrattj^olnu %ato, 
miltam, taubfud^t, touffen, trauttjen. Sßwwi, jauberer. 

15 Salier gel^o^en aud^: (Säumen, ba^ ift öerfoagen, l^ftegen, 

l^ueten: mauget, big ift Xag t)fi Slad^tfd^eib: matt)e, fleifd^ on 

bein, önberfd^Iauff, bitteid^t auii) SJiaut^auS, ift ein Sott^tjug. 

®jentplen bereu 2tu bte bei jubor ©enanten nur mit u 

gebrudtt merben. 

20 älaun, atraun, auff, auff^in, aufminbert, ac. [42] au3, fürau§, 
bauffen, augfd^idfen, tc. autor. Saud^, batofettig, bott)eren^of, 
gettjunbener baufd^, itaad), ham, baaufen, baaut (£a<)aun. 
2)aum, mid^ bauret, baujen. gaute§ op^, fauHeit, fauft. 
(Sraufam, graufen, gaul. Rauben, bedtel^auben, anl^aud^e, l^auff, 

25 l^aug, l^aufen ein fif4 l^aut. ^avii)itn, iauc^ert. Saum, Iau|, 
Haufen, abHauben, Inaupe, frau^Ied^t, ein Iraufe, fraut. Sauren* 
tranf, laug, auf einen laufen (lauftem, ober laufd^en) tautere« 
toaffer, laute ftimm, lautenfc^Idger. SRaut, mault^ier, maulboz, 
maur, f^jifemau^, bie maufe am arm. 5ßafaun, <}aufim, panltn 

30 ob' <)faufen, pflaum. SRau^er fetö, ftodf^, luft, belj: raub, 
aufräumen, raunen, raup, raufc^en, rautenfran|. SattJ, fauber, 

16 mangel. ^a^ougel, hie ae^t tocn tag ünb nad^t fd^eibet om obenb. 
Crepusculum'. Maaler. iß 'SD^lautoen, 2)id fleifd^ on bein. Pulpa'. Maaler. 
21 bauffeu. 28 maultl^ier. 



31 

fattjcr, fauram^jfer, faul, öerfaumct, fangen, faufen, fauffcn, 
füd^fcne fd^auBcn, erfd^auberen, lüurfffd^aufet, abfd^aume, mm 
fd^Iaud^, fd^nau^je, fd^naufcn, fd^raufen, ftaub, ftraub, ftrauß^ 
öogct, ftrau§, laufetmat, taubenneft, cintaufd^en, öcrtrattJet, 
öntauglid^, SBeintrauben, traurig. Stufen, jaun. 5 

Sa^cr fliegen fid^ aud^: @§ ttjitt mir graben, SKid^ baucht, 
2oud§öogeI, eintand^en, anfd^nanffen, fd^nan|^an, faulbaum, 
erbauren (ift erforfc^en oft ergrünben) (ftraud^) öileid^t ein 
9Inf, au§ n)ellid^em SBo^t mag l^erfomen fein @üte, [43] gteid^fam 
aufele, tüie au§ einlifc, eilfe. ®§ f^at j^n gerautoen. 10 

SBoater mit jenem eu, totUii^t^ bei obenöermelbte teitö 
mit DU, minbern teitö mit au gebruft 

33eumlein, beufenfd^tager. Seuten (gebultigen öerjug ^aU 
ten.) ^xttorooii, unbetoige f^)ei§. ©ugtein, eineugig. greub, 
fid^ fremen, ein gar freubiger gefeH, jungffrettJtein. ©eud^ifd^, 15 
ungleubüd^, auf bem gern, Slttgelt), 3:urgett) (anbercn gefaßt 
meer ®ee: aU Srei^gee, :c*) §eu|)ter, l^euftabel, eb^ett), l^eu- 
f^red. 3)urd^ieud^e. gürfeuffer. Seuffe^, geteuff, lettjenl^aut, 
leugnen. 3Kett)enbc§ öicl^. äKoneuber, angereud^et, bie rettje, 
(fonft ro^e öom roc^) ©eng Slmme, fal^fcumer, auSfteuben, 20 
fteu^jen, jerftremen, ftrewerne ligerftat, au§f<)elpen, (einfd^teufen,) 
fpeujen. S^eubig, teupelen, treum, betreuffet (SSerjeuberet) 
t)naufgeäeumet. 

Salier gel^ojen andi): ©rblettje, l^eufd^en, mcud^Iin, l^au§*. 
leutfd^: Seuffen, gleuben, leuffen. 25 

SSotgenSBoater mit jenem ®SS^ ttjellid^e^ fonft alfo eä ge* 
brudet wirbt: an beffen ftot etlid^e nac^ irer au^f^^rad^ nur ü 
önb utt) l^aben. S^^i <)unctletn ba önben bei bcn ©jemplen 
f efce (f onberlid^ wegen ber guget in etlid^en Sanben) ju benen [44] 

^ '(Sd&naupe, bie, ä ©d^nauje, protuberans os'. Stieler. 
5 öntugltc^. 10 dufefe. ^^ fteubig ergefett. 

19 angereu^et. *2)^öutDen tüie ba§ ö^d^, ober wibertöutüen. Ruminare, 
Ruminari'. Maaler. 22 'Xöuipelen. Delirare'. Maaler. 

24 »Seütfd^. Canis. JJft inerteiB ein fd^dlttoort'. Maaler. 



32 

SBoatcn, bie bei ben gemeinen Sonawifd^en auf jre eigne 
tt)ei^ ouggefprod^en ttjerben, [gleid^fam oi bei meererem teil, 
bei anbem ui: bal^er ban öo^jeiten nit allein Seutbranb, 
S^eubrid^, S^eübwatb, 2c. fonber ouc^ Suitbzanbug, Suit^ 
5 ialbn^, ßuitulfug, Suitfrib gebruft ttjo^ben: iejt fe^t man nit 
aöein 2)iet)oIb, fonber auc^ au^ bem ctt) maä)i man Sienl^art.] 
Scüd^Iein, gebeü, frieg^beüt^, er embeütet ön^: fie gebeüten 
mir: einbeügt: au^bcütelet, beutet, befif(§Iein, bngebjeüd^ig, 
beüerif^ beulen, breünled^t, SJreütgam, bicrbaeüer: ©reüa: 

10 3)eüten, öerbreüfft: ©üd^ : euere: eüle, fid^ cüfferen, eüterlein: 
geüd^t, feüftling, erfeüle, feüer: fleugt: ff eüd^t: fteüfft: 
fleügenttjabel: gefreürt: freünb: ©reüel, geülein, begeüfft: 
^eüblein, l^eüfer, Idealen, öerl^eüraten, (aufge^eüffet) l^eüd^elei, 
l^eüt: l^eüer: l^eüerling: ungeheuer: Äeüd^ig, bie \pd^ feüen: 

15 Icüfd^^eit, feüjtein, f:paftfeüel, Heübelen, freütter, gefreüfet: 
ßeütcren, öorfeüd^ter, bienftieüt, glofenieüter, öerieümbet, leii^, 
leügt: öerieürt: SBeüIer, gemeür, meü^: Steü: erneueret: 
geneüfft: neünje^en: (SReüd^tlanb) gleiten: |)feüfen, ^reüffen: 
Steü, gereuen: reüd^ftbu^: reübig, reü^e, fifd^eneüfd^, gereüfd^, 

20 reüf^jeren, 3flot=9ieüffe, auSgereüttet, burd^gereüttert: bie feilere, 

feüricin: feüberen, feüd^, fefifen, feüif4 fleüer: t^ feübt: 

fd^eübft bu: befd^Ieüfft: burd^fc^efifft: [45] erfeüfjen, erfeüffen, 

fteüblein: ^pizütx, ftreüßlein, ftreublein, f<)cäcn, fc^eül^en, 

. fd^eüjlid^, fc^eüfetein, fd^eüren, er ftreüfft fid^ t)ot jom: 

25 Seüblein, teüglid^, teiiff: Teufel: teüd^dnttc, tt)afferteü(^len, 



10 @uc§: 

1* '§cütUng {bk) feurige fd^offj, bie l^eür ob' in bifem jar gemad^fen 
finb. Homotinae uirgae. ^eürling, @inb bie ffeineften fifd^Iin fo erft 
gemad^fen finb.' Maaler. 

" ajleüber, ^^ : hinter neün^el^en fehlt. 

21 *@eurletn, ^i^BIägd^en.' ßchmeller 2,322.: vgl. '©euren (bie). 
Acarus.' Maaler. 

23 *©preütt)er (ber) Palea, Acus, Aceris.' Maaler. 

25 *2Baffer tjon einem ort l^dr 2^eüd^Icn, SBon üerrnuß burd^ bie 
teüd^el leiten ober füren. Perducere aquam ex aliquo loco.' Maaler. 



I 



treüMcm, ttcüfd^, ro^eüfd^Ier, Seütfd^/ aficntcürftd^, tcilcr: 
öcrtcücren: getreu: betrcflgt: e§ treüfft ^erab: Scügnu«: 
tDcrfjcüg: abjcüd^t: ömbjeilnen. 

3Rit btfen öergleid^en \xd): SJcänen, boi^^ift beiden, neut 
ffir nid^t^/ 9^«^" f«^ fl^cn, geubig ba^ tft gar jcrig ober 5 
oud^ t^erfd^tpenbig. 

S)en S)it)]^£^ongen 3(S ftnb td^ in jmeiertei 93o2ten. 3)te 
einen merben in aQen Sanben mit ie gebrud(et, bie onbem 
loenigc tjaft bei SRitter lentfd^en: önb bifc »erben tjon 
anberen nur mit i au$gef))rod^en dnb gebrucft 10 

^mpdn bcr erften: 

Srief, ftrieg, f^jiegel, lieb, lieblein, ie, l^ie/nic, fied^t, jicr, 
mault^ier, bier, tjier, fd^ier, riem, |)friem, wiegen, fliebme, 
riet, tief, ftieffon, grieö, ^kqd, lieberiid^, Sic^cH/ biegen, 
bieten, fliegen, fd^ieben, gieffen, üerbaieffen, fd^ieffen, fd^Iieffen, 15 
fieben, ried^en, friec^en, erliefen, frieren, fieffen, niefen, bie^^ 
nerin, biem. 

2)er uberigen ie tjctmplta: 

Srieb, t)iel, biefer, fieg, jiet, geblieben, gefd^rieben, abfd^ieb, 
f^jiel, ertt)ie|en. 20 

[46] »olgt öom SD ober u, jugleid^ oud^ Dorn S®, 
wettid^ei^ mit onterfd^ibenen SJfid^ftabcn gefegt wirbt, önb öon 
smeierfci geb^aud^ bifeö jeic^eng ü. SBo^ bie äRitter leutfd^en 
mit u au§f<)red^en ünb brudfen, beffen wirbt ein teil oud^ bei 
oHen f)o^ leutfd^en alfo gebraud^et (al^: önb, funb, ftuben:) 25 
ein teil ober Wirbt bei etlid^cn mit bem 3)o))etftimmer ue, 
bei onbem mit uo ober u gebrudfet önb gelefen- 3enc SBorfet 
bie iren ürf<}zung ^aben ouö ben SBojtem wettid^ mit uo, 
ober ue gebrudtt werben, bie werben öon Sonowifd^en tjnnb 



» '%tik]d) (bie) Mustela fluviatilis' Maaler; Xreufc^e: Äofrailpe 
Adelung (1811). — 'fRoffateüfc^Icr, SKarfc^aftf (ber) ffippocopius/ Maaler. 

* 'SJeünen, Beifeen. Imbuere.* Maaler. 

10 Vgl. Ickelsamer, aram. (ed. Kohler) s. 27. i» gebliebeu. 

21 ^oigt. 25 ü„5 fu„5. 



34 

^od^ft Sleinifd^en mit ue aug gef^rod^en, dnb gletd^mol nit 
ottjctt olfo, fonbcr aud^ alfo u gebrucfct. 3n bcm ba§ fie 
bifcg u brauchen, öolgcn fie m^ (in brudung ircd 3)i<)^t^ongg) 
bcr SJocalifc^en bebeutung ber SKittcr leütfd^eti: feitcwat bie 
5 äRittcr Scutfd^cn bcir SSocotem u (ipcttid^en fie f)aU io bie 
attbern ben Sif)^t^ong ue t)nb uo ^aben) in ben SSocden u 
t^erenberen, tDeQid^en fie gmeinlid^ mit bem u bruden, t)on 
wegen monget be§ u in ben Sruifereien, ober and gwonl^eit. 

[47] Siettjeil ban jene jttjo pactmn bie einen 5)i<)^t^onge in 
10 jejt t^olgenben S93o2ten l^aben, ein fie au^f^red^en dnb brude 
in benen bie and ben Soatem mit ue önb uo ^ergefloffen: 
fo Witt id^ öotgebe SBo^t mit ue fürftetten. 

Sued^, bued^, guet, muet, armuet, bemuet, gtueß, niefe, 
fue§, buejs, ruer, fucr, fd^nuer, muer, bluet, gluet, ber ^uet. 
15 bie ^uett, fd^ued^, flued^, fueber, lueber, brueber, rueber, fd^uel, 
f^üel, Irueg, flueg, ^flueg, bueb, rueb, id^ mue^ iad Wlutd 
effen toan id^ ber muefe ^ai: ^ueff, bcrueff, bluem, ruem, 
muem, ^uen, mueter, muelten, fued^en, fued^en, buefem, truefen, 
getmeg, fueg, ttjueft, ^ueften, fuerige \püd, fd^uefter, t^uen, 
20 rueen, ^injuefteen, juejufted^en, juebinben, juereiOen, jueluegen. 

S)er J)o<}eIfttmmer ue wirbt gefunben teitö in felbft= 

gewod^fenen SBojten, teils in benen wettid^e and onbern ^er^ 

gejogen feinb. Slber ouf toa& onberer weife bie jejt üöigenbe 

SBoat fonft gebrudet werben, f)ai id^ beim ue für ougen 

25 gefteOt. 

grfie, brüe, müe, trüeb, füel, füeg, Mfie, nfied^ter, wfielen, 
mfied^telen, tjer|üene, wüeft, fieben, rüeren, füeren, fäeteren, 
gttete, müeffig, mficttein, ^etlein, ftfielein, ^enlein, müedlein, 



" wau. 

19 'SWütten (hie) borinn man 6rot fnit, Magis, magidis. Mactra.' 
ilaaler, is mueter: fued^en: 

19 'Sdiigc ftarde fpe^ß. Cibus ftrmus.' Maaler. 

27 müed^telcn: nach schimmel riechen: Schmeller 1, 1562. 



35 



[48] fd^ücd^Iein, füed^Ieirt, rücMc, Hüegling, 6emüeet gebrücct, 
anmüetig, a6büeffcn, glüerig, mücteriid^, brüeberitd^, tüed^Icin, 
blüemlciit, Derfücgcn, griieffcn, bcnücgen. ;* 

aWit üi ob' ui, finb id^ bife ^hä)\t Stcinifci^, bie mit 
bcm üe fonft gefd^ribe tuerbcn: Mixt); bcmüicn, bxu\). 
5)ag ut, iianä)t man nur im ^ui, Sßfui* 
jDi ift in bifcn: Soittonb, SRoitburg, ©aöoier* 



VI. 

©oHici^eg 5cid^en b', giltct ber: bj ba^: ttjj maö: c, cm 
ober en: ü um ober un: bfi ünb: tn mm: 6 öer: 6 ff* .^c 10 
ober etc. et cetera. ^. gilt ^txi, ^orjog, ^anng, ^einriö^, 
fertig, ac. 3. ^eifft So^önn, ^nnQti)m, Soad^im, ic. 
3). S>octo2. S)b. (jh)en ober mcer) 2)octoan: 3K. 3Ragifter 
ober aWeifter, 9Karj, äRattl^eug, ic. S. ßicetiat. SB. »acca^ 
laureu«. ©. ©anct. (£.833. ßüere SBciö^eit, ob^r SBirbe. 15. 
®. ®. @uere ©rnttjirbe, ©möefte (ober ttjirbt au^ alfo geftellt 
@. @erh). @. ®mt).) @. $r. @üere ^eralid^l^eit. @. @. ©üere 
@|iab. ®e. ®®. bnb @®. ®iie= [49] re ®naben bnnb ®ünften. 
®; 2. ®üere ßicbbe. (£. ©t. @. ©trenge. ®. S. ©üer 
Seftc. @. ^od^ttj. ßüere $od^h)irbe. Studie mad^en ein 20 
bnterfd^ib jmifd^en, gratpcn bnb Kerzen olfo: ©. g. ®. ©ein 
gürftlid^e (Snaben: S.S.®. Sr gürftl. ®n. ©. 3)t. ©ein 
3)urd^reüd^t. ft\ SB. ffioniglic^e SBirbe. 3l6m. Äel 3Kt. 310:: 
mifc^e «eiferlid^e SKajeftet. $. §. ^dbftlic^e ^cilig^eit. 

3m ftramgeh)id^t. Eent. Eetner. @in langlcd^tgefd^ben« 25 
ff 8, l^eifft ®h)id^tpfunb. //. S^alpfunb. q J|, mit eim 
l^dggelcin ^inben an, giltt ein quintfein. 3R. ein 2Rut 
©t. ©tdr. 5ß. SWumero. 

2 glticig CÖtU^g. Ignitus' Maaler) oder gtüctig? 

3* 



36 

3n 3Slünii. ^. Motten: ober matt mad^t an(^ einen 
triongel A mit ober on ein crcili, ober ein onber jeid^en, 
ju entfd^eibung ber ©onnenfronen» f. ft. ober fl* flojen ober 
®ulben« g: grofd^en, ober ettoa Bulben, f. g« ©ulbengrofd^en, 
5 bie man Xaaler namfei § fci^ißteo^ ^^ nitt eim m^^ 
gezogenen ftrid^ abtoerfe, benier ob' |)fettning. i) ^[mt überfid^ 
gejogenem l^aggen: ^dQer« ein Hein f^ d mit eim ansang 
fürfid^, freüjer. 

[50] Wiß am @Kber önb ©olbgtoid^t: m SRard, io^ ift 
10 16. lot in Slugfpnrg. !. 1^- "t^vcati beren 24 ift ein äKard 
@r. grdn: beren 12 fein ein Äarat. 

©meine bnb ßdteinifd^e Saalen. jl ober I ift ®iner, eine, 
ein«, V @rfte, bie erfte, iaS erfte. ij ober II. Qtütn, jh)o, 
jtoet, ber Stoeiete ober ?lnberte, tc. iij ober III. iitj ober 
15 IV. t> V. t)i VI. t)ii VII. t)iii IIX. ig IX. j X. ^ XL 
^i XII. ^ XX. sl XL. I L finfjig. Ig LX. Uu XXC. 
e C. ^unbert, m^i CCCLVL 3), D, 10. fünf^ttnbert. 
m, m, M, CIO. laufet MMMCCIIIC. breitaufet jmei^un- 
bert fiben bnb neünjig* 
20 So man finbt ia^ ein fottid^eö j einen jug ^at bon feinem 
önberften teil in fein mitte, ^ fo bcbeütet e§ nur ein l^albeg. 

@tlid^ 3iffer jden. l^eijft feiner, feine, feinet. U 2. 

3. 4. 5. 6. 7. 8. 9^ 10. IL 12. 13. 20. 32. 45. 54. 66. 

89. 98. 100. 101. 108. 111. 112. 200. 209. 369. 485. 

25 708. 1000. 1006. 2012. 8893. lÖOOO. 10Ö009. 60Ö110. 

243082635087301. 

S)ie auSlegung önb uebung ertoarte jeber öon feinem Seer= 
meifter ob' auö eim Sied^enbued^tein. 



VII. 

30 [51] 2tm enb einer Sini ift ein foHic^eg = ober - jeidien 
ein anbeutung^ bad bie t)oIgenbe Qtß ju ber t)02ge]^enben gel^o^e. 



37 

S)ifc§ / l^etfft ein ©trid^Icin ob' Sirgul: ift ein a6teilung 
bcr minberen teilen einer 3tcb. 

@6tti(^e§ : ift eincg ^al6en, ob' gteid^fam l^albcn leite in 
ber 9leb. ©ei bifem jeid^cn föfft man atl^cm, ober bod^ l^attet 
man meer ftitt im lefen, atö bei be ned^ftgemelbtcn jeid^en, 5 
ünb weniger atö bei öolgenbem. 

@in foüid^eiJ ♦ l^eifft ein })unct: toirbt gefefet am enb 
einer Sieb ober ®pin^^. 

3)ifeg ^ bebeutet baö t)02ge^enbe SReb fragtoeig geftettt fei 

@in fottid^eg ! jeigt an ia^ öoagefefete 9lcb ein bertonn^ 10 
berung in fid^ l^alte. 

( ) 3)ife l^eiffen Sparent^efifd^e jeiii^c. SRit foHid^en Knien 
wirbt eingefd^Ioffen toa^ nit ju nötiger erfuttnng, fonber ju 
erHerung ober jierung ber 9leb 6cige6aa<i^t wirbt S)ie Sefer 
^jflegen ii^toti* [52] len mit fiiHerer ober ticfferer ftimm jnlc= 1 5 
fen, wag barinnen begriffen woaben. 

Seftlid^ ein foUid^ed } fteUt man gern am enb einer 
ganzen Sieb, ober eine^ gewiffen SBoitg ber Sßerfon, üon 
loellid^er bafelbft gcl^anblet wirbt, bomit leid^tßd^er gemercfet 
werbe, tok weit bie angejognen SBozt pd^ erftreden. 20 

SB69i big bal^er wol gclemet l^ab, trad^te nun nad^ 
lefung allerlei gefd^ribencr SBaiefen. 

@nbe big Sued^teing. 

3 Die Scheidung von / und ; ist den deutschen grammatiken des 
16. Jahrhunderts (außer Laur. Alb. hl. C 2*) ebenso unbekannt, wie 
das ausrufungszeichen, das Helber unten anfuhrt; vgl. Bieling, Prin- 
cip d. d. interpunction, s. 23. 24. 



[Schlußarabeske.] 



38 Kopfleiste. 

[53] 

Somit man fid^ möge ücbcit in attcrici bag bi^^cr im 

ganzen ©ued^Icin ift erjeelet tooihtn, motten ba§ olte 

ejeiftlicl^e 8l»S: (wie man e« l^eifft) für önS 

nemmcn. 

5 ©in ieber ©d^ueler ©l^rifti foll, 

3)ife§ 21 ©E lernen tool 

^ 3lm erften fottft bn ®ot«foac^t ^an, 
@o wirbt on^ bir ein meifer äRan. 
S ©itt ©Ott t)mi gnab ju aOer äeit 
10 S)an on fein l^ilff bermagft bu neüt. 

® ©reüjtg beinn 2tib, fei jüd^tig, ftitt, 

Stit gftatt bem 2eib feinen mnetwitt. 
3) Semüetig^eit gefattt ®ott wol, 

äSarm^er^igl^eit jeb^ neben fott. 
15 © ^er bnb bien ®ott nad^ feiner leer, 

5)an fonft gfattt im fein bienft bnb eer. 
5 dhtd^t ®ott attein, ber Seib önb ©eel 

SJerbommen mag in ^ottfd^e quet 
® ®ebulbig trag bein ©reüj anf @rb, 
20 ©onft wirbft nit fein bein^ $enen werb. 

$ $ab lieb ate bid^ ben Sted^ften bein, 
So roirbft bu ©otteö 3toger fein. 
3 3n atter trüebfol, ongft ünb not, 

Qmä) attein l^ilff bnb ratl^ bei ©ott 
25 a ger bid^ ju ®ott, fo !ert er fic^ 
9lud^ JU 2)ir, Dnb begnabet bid^. 



1 Dasselbe gedieht wird zum gleichen zwecke verwendet in 
Köfferls namenbüchlein (Nürnberg 1570) 95 7^ fgg: nur fehlen die 
verse 39 3^. 22» da in Köfiferls aiphabet kein ü steht Daß Helber 
nicht aus Köfferl das gedieht entnommen habe, das beweisen mannig- 
fache fehlerhafte abweichungen des Köfferlschen textes von Helber. 



39 

[54] ß ßcer öon Sl^rifto bcm §encn betit, 

Wim, fanft, bemüetig, gl^oafam fein, 
a» 3Kit fic^ freh)cnben ^abc freub, 

SSitb mit traurigen trage leib. 
31 3leib, ]^aJ3, önb jom trag nit ümb fd^mad^ 5 

^td) bid^ nit felbd, ®ott g^o^t bie rad^. 
D Dpfre bid^ fctbftn, ®ott bgert nit mcer, 

@ag ime ftdtö lob, ptti^ ünb el^r. 
5ß $aufö fprid^t, Irüebfaln muefe leiben bil 

SBeld^cr ®ottfcIig teben Witt. lO 

D Ouelen wirbt ®ott on enb mit ^jein, 

S)ie nit ^abn gtl^Cin ben Witten fein. 
91 atid^t bnb üerbam beinn Sted^ften nit, 

3)u wirbft fonft aud^ berbamt bamit. 
@ ©elig bift bu, fo bid^ burc^ ©ott 15 

S)ie SBelt beröolget bnb t)erf})ott. 
% Zf)nt guetg, Dnb l^alt ben Sted^ften bein, 

SBie bu üon im wittft gl^alten fein. 
SS «ngtaub fc^Ieüfft in ftc^ attc funb, 

3)cr ®laub in ©Ott mad^t ®otteg finb. 20 

ü über ®otb, gunft ünb leibeg muet, 

©d^dfe ünb liebe ba§ ewig ®net. 
SB aSad^ ftdt« önb bett, jum tob bid^ ruft: 

3)an feiner ftunb bu bngwife bift, 
3E ®fett bid^ jun gueten, fo wirbft bu guet. 25 

Sog ©fettfc^afft üil üerfüercn t^uet. 
d 3c l^od^er bid^ begnabet ®ott, 

S)eft fleiffigcr ^alt fein ®ebott. 
8 Sum ®rid^t ©l^rifti werbn wir erfton, 

2tm jängften tag empfol^en tol^m 30 



5 9leib„^a6, 



12 


3 


4 


5 


6 


7 ;8 


1 9 


2 


4 


6 


8 


10 


12 1 14 16 


18 


3 1 6 


9 


12|l5 


18 21 


24 27 


4 


8 


12 16 


20 24 


28,32 


36 


5 


10 


15 


20 25 30 35 


40 45 


6 


12 


18 


24 


30l36 

i 


42 


48 54 


7 14 21 


28 


35 '42 


49 1 56 


63 


8 ' 16 24 

1 


32 1 40 ! 48 


56l64 

t 


72 


9 


18|27 


361451 


54 


63 '72 


81 



Von Zierleisten umschlossen. 



^rud Don fö. SniguKn in 2et^tg. 



uüt J^^'" 



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